Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 6
- Article
- Beiträge zu einer Einleitung des Talmud
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 211 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2829132-2829262-2829269-2857803--06101-2857825- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
211 Beiträge zu einer Einleitung in den Talmud. gnanter ist die Frage, ob die Redaction des Talmuds im talm. Zeitalter abgeschlossen wurde, oder erst die spätere Zeit sie vollendet. Werfen wir vorerst noch einen. Blick auf die talm. Zeit zurück. R. Aschi hatte die Redaction begonnen, ihm folgende talm. Autoren setzten die Arbeit fort, es reihete sich also an den Beginn des Einzelnen die Arbeit Mehrerer. Wie gingen diese Mehrere an ihre Aufgabe? Theilten sie die Arbeit unter sich und verschmolzen sie nach gegenseitiger Vergleichung in ein Ganzes, oder wurde die Redaction von verschiedenen von einander unabhängigen Gelehrten weiter fortgesetzt? Wir gehen für jetzt noch nicht auf die Redaction ganzer Traktate ein, aber schon einzelne Stellen scheinen auf eine Vers einedenheit der Redactionen hinzudeuten. Heben wir die Abweichungen und Widersprüche in der Anführung einer und derselben Stelle in verschiedenen Traktaten hervor. Dass in einem Traktate eine Meinung u. s. w. diesem Autor, in einen! andern Traktat einem anderen Autor zugeschrieben wird, ist weniger zu urgiren; das Studium war mündlich, Verwechselung, der Hamen konnte daher leicht stattfinden. Wird doch nicht selten von den talm. Redactoren selbst in dem Ausdruck אנלר ר׳ פלוני) ואיתיכלא ואיתיכוא ד פלוני) hierauf hin ge wiesen; und es wird manchem Autor vonZeitgenossen und Späteren zum Lobe angerechnet, dass er genau den Namen der Autoren wiedergab. So ^רהבה-דפומבדית (Pesachim 52b u. a. a. 0.) und R. Jehuda (Chulin 18b)1). Es \yird aber nicht selten die Meinung desselben Autors in verschiedenen Traktaten verschieden angeführt R. J. Pick macht in seinen Glossen zum Tal7 mud an mehreren Stellen hierauf aufmerksam; und es tritt diese Verschiedenheit zuweilen so bedeutend hervor, dass die Annahme einer Variante die Schwierigkeit nicht hebt. Noch gewichtiger sind die s. g. סוגיות הסלכלת, Stellen, in denen bei Meinungsverschiedenheit die Namen der Autoren in den verschiedenen Traktaten gerade entgegengesetzt den Meinungen vorangesetzt sind, so dass der Autor, der z. B. in diesem Traktat als den Streitpunkt 13 Einiges über Verwechselung1 der Namen s. 1. Jahrgang dieser Monatsschrift S. 555.