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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 5 · p. Seite 201

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 5
Article
Ein Artikel der Breslauer Zeitung [Nachricht]
Date
1861-01-01
Page
Seite 201 (sequence 6)
Language
German
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Notizen. 201 verräther zu sein!) schwöre. Als wenn nicht die Ehre das heiligste Palladium des Soldaten wäre, als ob im jüdischen Krieger nicht das Ehrgefühl geschont zu werden brauchte, als ob Preussen nicht auf dem Schlachtfelde von Waterloo und an anderen Stätten des heissesten Kampfes die Erfahrung gemacht, datzs der jüdische Soldat nicht ״mit Hinterlist und Nebengedanken“ den Eid leistet, sondern ihn durch die unerschütterlichste Treue, durch die innigste Anhänglichkeit und Hingebung an das Vaterland bewahrheitet! —Lautet doch auch der Eid jüdischer Medizinalpersonen: ״Ich schwöre nicht nach meinem Sinn, sondern nach dem Sinn Derjenigen, die mich schwören lassen" u. 8. w., und in der dem Eide vorangehenden Admonition wird der schworende jüdische Arzt oder Wundarzt erinnert, dass der Eid vor der christlichen Obrigkeit eben so heilig und bündig ist, als würde er den ׳Glaubensgenossen geschworen (Rönne u. Simon, 8. 103 —104). Und hier hat man es nicht mehr mit dem sögenannten grossen Haufen zu thun, der besonders beim Eide gern zum Sündenbock für verletzende Vorschriften und judenfeindliehe Aeusserungen gemacht wird, sondern mit dem Jünger der Wissenschaft, dem durch. Studium und Universitätsbesuch gebildeten jungen Manne; auch sein Eid muss die Entfernung ״der Hintergedanken“ aus drücken, auch er wird gemahnt ״der Jude darf nicht vor der christlichen Obrigkeit falsch schwören.“ Es bedarf keiner Worte, um die Unwürdigkeit dieser Eide nachzuweisen; kein Gesetzbuch und am wenigsten das preussisehe kann sie dulden. Der Judeneid ist lästig, belästigend, schädlich. Lästig dem Schwörenden, er enthält Vieles, was dem modernen Bewusstsein widerspricht. Die Worte der Admonition ״wisse, dass die ganze Welt erzitterte" u. 8. w. werden, so tief ihr moralischer Inhalt, doch.dem gewöhnlichen Schwörenden befremdend Vorkommen. Ebenso der Zuruf: ״Weichet von dem Aufenthalte dieser bösen Leute," und so die Admonition ihrem grössten Theile nach. Und wie verletzend ist das Misstrauen, das hier gegen den Juden ausgesprochen, die AusnahmsStellung, die ihm in einer der heiligsten Angelegenheiten angewiesen wird! — Und nicht minder den Richter belästigend! Bei den in neuerer Zeit über manches Specielle des Glaubens auftauchenden divergirenden Ansichten weigert sich zuweilen mancher Schwörende, an das, was hier für verbindlich erachtet Frankel, Monatsschrift. X. 5. Iß

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