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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 5 · p. Seite 200

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 5
Article
Ein Artikel der Breslauer Zeitung [Nachricht]
Date
1861-01-01
Page
Seite 200 (sequence 5)
Language
German
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200 Notizen. werden. Die Jaden froh, den früheren beschimpfenden Eid loszuwerden, nahmen gern die Verbesserung auf und sahen über ihr Lästiges und Widerwärtiges weg. So ist auch leicht erklärlich, dass Mendelssohn, als er von dem mit dem Entwürfe einer Eidesleistung der Juden beauffragten Assistenzrath Klein aufgefordert wurde, ihm die Weise, wie nach jüd. Hechte die Eidesabnahme erfolge, mitzutheilen, um hiernach den Judeneid zu normiren, hierauf einging und hierüber weitere Verhandlungen pflog (vergl. obige׳ Jahrb. 116. Heft. 3. Stück. Eidesleistung S. 217 f.). Mendelssohn wurde nicht um einen Entwurf, wie in Zukunft der Jude den Eid leisten solle, angegangen, sondern es wurde von ihm ein Gegebenes, das man in die Gerichtsordnung aufnehmen wolle, verlangt (vergl. a, a. 0.), und er reichte zum kleineren Hebel die Hand, um ־das grössere zu entfernen0). Dieses ist die Genesis des heutigen preuss. Judeneides; und noch im Jahre 1818 wagte nicht der Vice-Oberlandesrabbiner zu Berlin, M. 8. Weyl, als er von den Ministerien der geistlichen Angelegenheiten und der Justiz über den Fahneneid des jüdischen Militärs befragt wurde, an ihr zu rütteln. Er schickt seinem Entwürfe die Bemerkung voraus, dass so wie beim Zeugeneide eine Mentalreservation nicht zu vermuthen ist, da hier der Schwörende durch nichts sein Gewissen beruhigen kann, so lässt auch der Fahneneid eine solche nicht befürchten. Und dennoch meint er, die Formel des Fahneneides kann lauten: ״Ich schwöre ׳ohne die mindeste Hinterlist und Nebengedanken, auch nicht nach meinem etwanigen darin liegenden Sinn'und Auslegung der Worte, sondern nach dem Sinne des Allmächtigen u. 8. w." (vergl. Rönne und Simon, die früheren und gegenwärtigen Verhältnisse der Juden des preuss. Staates, 8. 101—102). Und dieser Eid wird noch gegenwärtig vom jüdischen Militair gefordert! Der zur Fahne schwörende jüdische Soldat muss betheuern, dass er ״ohne Hinterlist und etwanigem darin liegenden Sinn“ (vielleicht ein Vaterlands- .*}.•Ich füge hier noch als Zusatz zu obigem Artikel hinzu, dass noch folgender Umstand zu beachten ist. Bis zu jener Zeit war in .Deutschland die jüd. Jurisdiction für Juden in Kraft, die Juden führten ihre Processe vor jüd. Gerichten und waren an diese Art der Eidesleistung gewöhnt. Daher mochte sie Mendelssohn für seine Zeit nicht zurückweisen. F.

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