Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 5 · p. Seite 180

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 5
Article
Randbemerkungen zu Pinsker's Likkute Kadmoniot
Date
1861-01-01
Page
Seite 180 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2829262-2829268-2857739--06059-2857773
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

/ 180 Randbemerkungen zu Pinsker’s Lilckute Kadmoniot. lern — im Sohar, in den Büchern Bahir und Charedim, (bei Ramban im Commentar zur Thora. D. R.), bei Abrabanel, bei Levi ben Chabib, bei 18ab Luria, Menasse ben Israel u. A. -- die Seelenwanderung unbestritten festgehalten und fast zum Glaubensdogma erhoben. Woher jedoch kam dieser früher im Judenthume ganz ungekannte Seelenwanderungsglaube? Hierauf antworten wir: Der Karäismus, der ebenso wie die verschiedenen.gleichzeitig im Schosse des Judenthums auftauchenden Seeten, noch so manches andere unjüdische Element in sieh aufgenommen, wie z. B. die Lehre des Fatalismus1); oder eine vom Judenthume abweichende allegorische Auslegungsweise der Thora2); oder die dem Islam־ entlehnte Annahme einer durch Engel vermittelten Offenbarung3) und Weltschöpfung4); ja, hatte An an doch sogar die Sendung Mohammed'8 und des Christliehen Religionsstifters anerkannt — dieser Karäisxnus war es auch, dessen erste Stifter und Begründer den Glauben am die Seelenwanderung, der bei mehreren 'arabischen und muselmanisehen Seeten heimisch war5 6), in'8 Judenthum hinüber verpflanzten. Von diesem Glauben an die Seelenwanderung dürfte es ursprünglich herrühren, dass mehrere der'mit dem Aufblühen des Karäerthums gleichzeitigen jüdischen Häresien, ebenso wie dies bei den an die Metempsychose glaubenden Pythagoräern der ’) S. hierüber Scharastani, Th. I, S. 249. — Pinsker S. 'ט erklärt hierdurch einen Angriff des Dunasch auf Menachem b. Saruk.. . 2) Scharastani 1. c. S. 256 sagt von Jehuda aus Ramadan: ״Er glaubte, dass die Thora einen äusseren und einen inneren Sinn, eine buchstäbliche und eine allegorische Erklärung habe וס^ן יזעם א^תוריה" ט׳ אהרא לבאטנא ותגזיילא ותאדלא), verschieden von den gewohnlichen Erklärungen der Juden." —' Wir vermuthen, dass Jehuda hierin der islamitischen Secte der Batinije ("פנימיים באטניה Inn er er) gefolgt ist. lieber diese Secte berichtet nämlich Scharastani daselbst S. 221: ״Sie habe diesen Namen wegen ihrer Annahme erhalten, dass jedes Aenssere ein Inneres und jede Koranstelle einen inneren allegorischen Sinn habe." 3) Scharastani S. 256. 4) Pinsker S. 199 citirt ans einer Schrift des Joseph Roeh: דברי בנימין אלהאונרי אשר יאמר כי הש״ית ברא המלאך והמלאך ברא את העולם על ירו. 6) Ueber die Lehre der Seelenwanderung (at-Tanäsuch) bei arabischen Seeten vgl. Scharastani I. 200, II. 75 und 339.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.