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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 5 · p. Seite 177

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 5
Article
Randbemerkungen zu Pinsker's Likkute Kadmoniot
Date
1861-01-01
Page
Seite 177 (sequence 2)
Language
German
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IRI
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Kandbemerkungen zu Pinsker’s Lilckute Kadmoniot. 177 ten, durch einen Strich, mit der Bleifeder "bezeichnet, um hei einem zweitmaligen Durchgehen des Buches hierbei länger zu verweilen. Möge es uns nun gestattet sein, in diesen der gründlichen Forschung gewidmeten Blättern, einige solcher Bemerkungen, die Pinsker’s inhaltreiches Werk in uns angeregt, niederzuschreiben. I. Die Karäer waren die Ersten, die den nichtjüdischen Glauben an die Seelenwandernng in's Judenthum hinüber verpflanzten. Es ist dies eine Conjectur, zu der uns nicht erst die Likkute Kadmoniot veranlasst1). Pinsker’s Schrift hat nur in sofern zur Bekräftigung derselben beigetragen, als darin nachgewiesen wird, dass so manche im rabbanitischen Judenthume heimisch und herrschend gewordene Elemente ursprünglich vom Karaismus ausgingen2), so dass es nicht im vorhinein befremdend klingen kann, wenn wir nun ebenso die Behauptung aufstellen, dass der auch in manchen rabbanitischen Kreisen zu nicht geringer Sanction gelangte Seelenwanderungsglaube Anfangs von den Karäern aus gegangen sei. Wir müssen da nur vorausschicken, dass in der ganzen umfangreichen talmudischen und midraschischen Literatur auch nicht eine Spur von der Metempsychose nachzuweisen ist. Sollte es indess einem spitzfindigen Denker einfallen, dieselbe dennoch aus irgend einer dunkeln Agada künstlich herausdeuten zu wollen, so würden wir ihm nur das Eine entgegenhalten: Hätten die Altrabbinen die Seelenwanderung auch nur im Entferntesten gekannt oder gläubig in sich aufgenommen, sie würden diese der Phantasie so grossen Spielraum gewährende Materie sicherlieh — ebenso wie dies bei den Themen von der Auferstehung, dem Messias, dem Gan Eden und Gehinom der Fall ist — so vielfach ausgesponnen haben, dass nicht erst nach derselben mit der Lupe zu suchen nötliig gewesen wäre3). D Schon in dieser Monatsschrift, Jalirg. 1855, S. 893, hatte Schreiher dieses die Vermuthung aufgestellt, Saadia's die Seelen Wanderung betreffende Polemik sei gegen die Karäer gerichtet. 2) Vgl. hierüber auch Gratz, Gesell, d. Juden, 5. Bd., Kote 23. 3) Der eifrige Vorkämpfer der Seelenwanderung, Menasse ben Frankel, Monatsschrift. X. 5. 14

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