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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 5 · p. Seite 166

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 5
Article
Geschichte der Juden in der Residenzstadt Hannover
Date
1861-01-01
Page
Seite 166 (sequence 6)
Language
German
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166 , , Geschichte der Juden in 0 onstantinöp el, wo sie mit-den Türken ״grosse Gewerbe und Handtierung“ trieben. Dieselben trugen damals zur Befreiung eines hannoverschen Adligen, Namens Sebant von Reden, der in Gefangenschaft gerathen war, bei, indem sie das diesem gegebene Versprechen, seinem Vater Antonius , welcher von seinem Sohne schon seit langer Zeit ohne alle Nachricht gewesen war, von ihm Kunde zugeben, treulich hielten und demselben auch anzeigten, wie er den• Sohn durch fürstliche Fürsprache aus der Gefangenschaft der Rhodiser befreien könnte. Auf der Juden Bericht und Anzeige fertigte Antonius alsdann einen seiner Erbunterthanen ab und Sebant wurde frei1). Uebrigens haben die Juden in Hannover in der damaligen Zeit auch nach andern fernen Ländern hin Geschäfte gemacht, wie namentlich nach Polen, bis wohin sie insbesondere Handel mit Vieh■ trieben, wie später bei Erzählung des zwischen dem Juden Phibes Heilbot und dem Rathe zu Hannover stattgehabten Processes ausführlieber berichtet werden wird. Der eben genannte Phibes hatte sich, wie wir oben gesehen haben, im Jahre 1554 in fürstlicher Haft befunden, aus welcher er trotz der Verwendung des Rathes für ihn nicht sofort wieder entlassen wurde. Er muss es indess doch verstanden haben,• sich später die Gunst des Herzogs Erich wiederum zu erwerben, denn im Jahre 1563 richteten Statthalter und Räthe zwischen Deister und Leine an den Bürgermeister und Rath zu Hannover ein Schreiben, in welchem sie diesem meldeten, dass sie den Phibes in des Fürsten Geschäften, an denen letzterem viel gelegen sei, nach Hannover schicken wollten. Da nun Phibes von vielen dortigen Bürgern, denen er Schulden zu entrichten habe, obwohl er wiederum an andere Bürger daselbst Forderungen hätte, mittelst deren er seine Gläubiger befriedigen zu können vermeine und auch dazu erbötig sei, heftig gedrängt werde, ihnen Zahlung zu leisten, so bäten sie anstatt und im Namen des Fürsten den Rath, Phibes’ Gläubiger dahin zu bereden, dass sie mit ’) Vgl. Neues vaterländisches Archiv 1841 S. 51 ff.

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