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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 5 · p. Seite 163

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 5
Article
Geschichte der Juden in der Residenzstadt Hannover
Date
1861-01-01
Page
Seite 163 (sequence 3)
Language
German
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in der Residenzstadt Hannover. 163 befunden und mit Recht und Wahrheit genügend erwiesen würde, freistehen müsste, sie nach Gebühr zu bestrafen. Ä.uch sollten sie weder gegen den christlichen Glauben noch gegen das Stadtrecht mit Arglist verfahren, sondern in der Stille nach jüdischem Gebrauche leben und sich ganz ruhig verhalten. Auf Waffen und Wehr sollten sie den Bürgern kein Geld vorstrecken, da der Rath die Waf-. fen und Wehr der Bürger unversetzt wissen wolle. Ferner sollten sie kein gestohlenes Gut wissentlich an sich kaufen; geschähe es aber, ohne dass sie es wüssten und es käme heraus und würde darnach gefragt, so sollten sie nach Anweisung verfahren und das Gut für dasselbe Geld, das sie dafür gegeben, wieder herausgeben, aber nicht mehr nehmen. Wenn aber Isaac, seine Frau, sein Schwiegersohn Sander und die andern oben genannten Alle mit Tode abgegangen sein würden, dann sollte diese Freiheit zu Ende und der Rath nicht schuldig sein, die zweihundert Gulden ihren Erben zu erstatten, sondern sie für immer behalten dürfen, wie dann auch die beiden Böden wiederum in seine Hände zu der Stadt Bestem ohne alle Beschwerde zurückfallen sollen. Von dem grausamen Edicte Herzog Erich’s II., durch welches dieser im Jahre 1553 sämmtliche Juden aus seinem Fürstenthume auswies, habe ich bereits im genannten Jahrbuche gehandelt und den wesentlichen Inhalt desselben angegeben; ich begnüge mich daher hier, auf dasselbe hinzuweisen lind es in den Beilagen dem Wortlaute nach mitzutheilen1). Indessen hatte dieses Edict auf diejenigen Juden, welche unter dem Schutze von Städten standen, denen das Recht, Juden vergleiten zu dürfen, von Alters her zustand, keinen Einfluss. Im Jahre 1554 waren die beiden seit vier Jahren unter dem Schutze des Rath es zu Hannover stehenden Juden, Isaac und dessen Sohn Phibes, letzterer wahrscheinlich derselbe, zwischen welchem und dem Rathe sich gegen Ende des sechszehnten Jahrhunderts ein höchst interessanier, später ausführlich zu erzählender Process entspann, J) Siehe Beilage VI. ״ 13

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