Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 4
- Article
- [Rezension] / J. P.
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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154 Recensiönen und Anzeigen. * fachen, ״tatsächlichen Inhalt der *biblischen Schriften als 168bares Geschichtsbuch den Ehetoren und gebildeten Frauen, unter welchen'der (den klassischen Studien sich zuneigende) Priscillianismus den zahlreichsten Anhang gefunden hatte, in die Hände zu spielen“ ־ und ״durch die That zu beweisen, dass man von biblischen Dingen auch in einer anderen als der Fischerspräche schreiben könne“ (42—43). Auch in Bezug auf die stoff- ־ liehe Auswahl zeigt es sich ״dass die zeitlichen und örtlichen Verhältnisse, und ganz besonders die Verbreitung der priscillianistisehen Sekte in Aquitanien massgebend auf die eigenartige Beschaffenheit der Chronik ein gewirkt *haben“ (67). Da־ Severus nur ein biblisch-geschichtliches Lesebuch liefern wollte, so fertigt er die für seinen Zweck minder geeigneten Partieen mit einigen Worten ab, während er Ereignisse, die sich leicht nacherzählen lassen, oft mit unverhältnissmässiger Breite bespricht. Die Dogmatik bleibt der Darstellung fern, mit desto mehr Vorliebe wird die*Chronologie behandelt, und da den Priscilliani- /sten in .der nächsten Umgebung des Severus eine masslose Typik vorgeworfen wurde, so ״erstickte Severus alle typ010gischen : und allegorischen Regungen durch die Furcht, sich auf derselben Fährte mit den Priscillianisten betreffen zu lassen und durch die Nothwendigkeit, ihrer schlauen Handhabung jener Auslegungsart zur Begründung einer heterodoxen Dogmatik nach Kräften entgegenzutreten,“ und befleissigte sich einer rein thatsächlichen Darstellung. Als eine fernere Eigentümlichkeit des Severus erscheint die von ihm selbst hervorgehobene Benutzung heidnischer Autoren, ohne dass er dieselben je namhaft machte. (Die einmalige Citirung des Vergilius wird als Interpolation nachgewiesen. Anm. 64.) Durch diese ״Citatenscheu“ ist die Eruirung und Verwertung der benutzten Quellen ausserordentlich erschwert. Dass jedoch die Wahrscheinlichkeit sich auch hier in gewissen Fällen bis zur Gewissheit steigern kann, hat der Verf. an dem Beispiele einer Nachricht gezeigt, •die, den bisher gangbaren Anschauungen widersprechend, allein durch Severus überliefert ist und in überraschender Weise auf einen gewiss gut berichteten Gewährsmann, auf Tacitus, zurückgeführt wird. Ref. kann auf die geistreichen Combinationen, durch welche die Geschichte der Zerstörung Jerusalem^ durch Titus wesentlich modificirt ׳wird, bei dem karg zugemessenen Raum nicht näher