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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 4 · p. Seite 127

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 4
Article
Geschichte der Juden in der Residenzstadt Hannover
Date
1861-01-01
Page
Seite 127 (sequence 7)
Language
German
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in der Residenzstadt Hannover. 127 verbrennen, allein es sei doch nur ein Haus abgebrannt, nämlich das eines gewissen Monneke, der ein Koch gewesen®). In einer zu Wittenberg von den Herzogen Wenzlaw- und Älb’recht zu Sachsen am 6. Januar 1371 ausgestellten Urkunde erklärten dieselben alsdann, dass sie alle Häuser in der Judenstrasse, in denen die Juden gewohnt hatten* und die nunmehr der Herrschaft angehören, nebst deren Zubehör dem Rathe zu. Lüneburg abtreten, damit dieser damit thue und lasse, was er wolle‘* 2). Auch die auf dem von Preussen im Jahre 1813 an Hannover abgetretenen Eichsfelde gelegene Stadt Duderstadt, welche übrigens schon von 1247 bis 1334 unter der Herrschaft braunschweigischer Herzoge stand, ist hier zu nennen, weil sich dort ebenfalls schon. früh Juden angesiedelt hatten. Wann dies geschehen ist, kann zwar ebensowenig mit Gewissheit angegeben werden, als zu welcher Zeit sie sich überhaupt zuerst nach dem Eichsfelde begaben, und es lässt sich nur vennuthen, dass, weil Kaiser Otto IV. im Jahre 1212 ein die Juden betreffendes Schreiben an den Vicedom auf dem im Eichsfelde liegenden Rusteberg richtete, sich wohl schon damals in den! Bezirke des Rustebergischen Yicedomamtes Juden mögen aufgehalten haben. In Duderstadt geschieht der Juden zum ersten Male in einem Privilegium des Herzogs Heinrieh des Jüngern aus dem Jahre 1314 Erwähnung, wo derselbe den Bürgern verspricht, die in der Stadt woli- J) Die Stelle lautet wörtlich: Anuo Domini mich in die H. Magni martiris co immun tas civitatis Luneborgh interfecit Judeos in Luneborch et ipsi se ipsum (sic!) incendemnt, sed tarnen nisi una casa fuit combusta et fuit unus cpii vocatur Monneke et fuit Cocus. Siehe Gebhardi 10c. cit. I, 494. 2) Siehe Wedekind’s Noten zu einigen Geschichtschreibern des Mittelalters Heft 9 p. 187, wo es heisst: Ok so gheven wy (nämlich die Herzoge Wenzlaw und Albrecht zu Sachsen) und laten dem Rade to Luneborgke alle Hass mid eren Tobehöringhen, dar de Joden inne gliewonet hebben, in der Jodenstrato und de der Heersliop to hören, dat se darmede don unde laten, wat se willen. Vgl. auch Neues vaterhindisches Archiv 1832, 8, 051.

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