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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 4 · p. Seite 128

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 4
Article
Geschichte der Juden in der Residenzstadt Hannover
Date
1861-01-01
Page
Seite 128 (sequence 8)
Language
German
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128 - Geschichte der Juden nenden Juden bei ihrem Bürgerrechte zu belassen1). Im Jahre 1338 müssen letztere dort schon in ziemlicher Anzahl gewohnt haben, da sie bereits eine Synagoge und Schule bes'assen,. von denen einer' derselben, Namens Samuel, für sich und seine übrigen Glaubensgenossen einen Vierding jährlicher Zinsen an einen Bürger verkaufte. ',Ausser den Abgaben ■an den Landesfürsten mussten die Juden, wie sieh von selbst versteht, auch alle bürgerlichen Lasten tragen. Endlich ist unter, den Städten in den welfischen Lauden, in denen Juden bereits im vierzehnten Jahrhunderte wohnten, auch noch Bokenem zu nennen, wo ihre Niederlassung. wahrscheinlich zu derselben Zeit stattfand, als Bokenem Stadtrecht erhielt, d. h. um oder kurze Zeit nach dem Jahre 1300. Sie hatten ihre Wohnungen in der nach ihnen benannten engen Strasse am Marktplatze, nicht weit vom Kaufhause, wie die Juden in Norddeutschland überhaupt fast überall in der Nähe des Marktes, des Handels wegen, wohnten, und kommt die Judenstrasse daselbst schon vor 1384 vor. Auch hatten sie daselbst eine Synagoge, wenn nicht früher, so doch sicher im fünfzehnten Jahrhunderte־). Indem ich mich nunmehr den Juden in der Stadt Hannover zuwende, muss ich zuvörderst noch einige Worte über die von mir in den Noten zu meinem Emek habbaeha p. 187 mitgetheilte Inschrift bemerken, in welcher von einer 'Vertreibung der Juden im Jahre 1350 berichtet wird. Länge in Zweifel, ob jene Vertreibung, da sich sonst über den Aufenthalt von Juden in hiesiger Stadt vor dem Jahre 1371 nirgends eine Spur findet und in sämmtlichen bis 1369 reichenden Urkunden der Stadt Hannover, welche von Grotefend und Piedeler herausgegeben worden sind, der Juden auch nicht einmal ף Siehe Wolfs politische Geschichte des Eichsfeldes I, 39 und Geschichte der Stadt Duderstadt p. 87, wo die Worte des Herzogs lauten: Juden, de in unse stat tho duderstat mit unsen willen varet, bi allem Burgherrechte to latene. Siehe Buchholz, Geschichte von Bokenem Seite 13.

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