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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 4 · p. Seite 126

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 4
Article
Geschichte der Juden in der Residenzstadt Hannover
Date
1861-01-01
Page
Seite 126 (sequence 6)
Language
German
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Geschichte der Juden 126 Juden in Helmstedt wenigstens zu Anfänge' des vierzehnten Jahrhunderts nicht gewesen sein, da nach einer im dortigen Stadtarchive befindlichen Urkunde Wilhelm, ebenfalls Abt von Verden, dem Rathe und den Bürgern daselbst im Jahre 1322 die ihm zustehenden Einkünfte von den Wechslern, dem Weinverkaufe und den Juden für nur 16 Mark jährlich auf vier Jahre abtrat•. In dem um 1330 zusammengestellten Zinsregister der Neustadt zu Braunschweig, welches sich in dem schon erwähnten Begeüingsbuche findet, wird־(p. 711) auch schon um diese Zeit als Bewohner der Judenstrasse in Braunschweig ein gewisser Isaac von Helmstedt angeführt. In Lüneburg hatten sicher schon zu Anfänge des vierzehnten Jahrhunderts sich Juden niedergelassen, da in einer Urkunde vom 6. October 1339 ) dort bereits eine nach ihnen genannte Strasse platea Judaeorum erwähnt wird, in welcher ein Jude David ein Haus besessen hat. Sie hatten demnach dort um diese Zeit das vollständige Bürgerrecht. Dass sie 1350 auch in dieser Stadt ermordet wurden, habe ich bereits in dem mehrerwähnten Jahrbuche a. a. 0. aus einem Erlasse des Herzogs Erich des Jüngern geschlossen, in welchem dieser den Rathmannen, Bürgern und der Gemeine jener Stadt den Todtschlag der Juden nachsehen zu wollen erklärte. Diese Vermuthung findet ihre Bestätigung in einer Handschrift in folio in der Rathsbibliothek zu Lüneburg, welche im 16. Jahrhunderte angefertigt worden, und vornehmlich enthält ״eine Altte Relation wie die Verendrung des Altten Rhadts und deren Verwandten in Lüneburg vorgenommen 1440 —1457“; in derselben findet sich nämlich hinten ein Excerpt aus unbekannten Familiennachrichten und darin eine Notiz, nach welcher am 6. September des genannten Jahres die Bürger zu Lüneburg die dortigen Juden tödteten. Letztere sollten zwar den Versuch gemacht haben, sich selbst zu Braunschweig im Jahre 1860 zusammen gekommenen deutschen Philologen, Schulmänner und Orientalisten herausgegebenen Programme p. I I. י) Siehe die auf der königlichen Bibliothek zu Hannover befindliehen Gebhardi manuscr. VII, 396.

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