Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Erklärung des vierunddreissigsten Kapitels im Jecheskeel
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 116 (sequence 6)
- Language
- German
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116 . Erklärung des 34. Kap. im Jecheskeel. verglichen, 80׳ ,werden naturgemäss die Unterthanen oder die Geführten und Beherrschten'wiederum mit Schafen bezeichnet׳, die aber je nach ihrer höheren oder niederen Stellung und je nach ihrem friedlichen oder tückischen Verhalten gegen einander mit Lämmern oder mit Böcken und Widdern verglichen werden, und so wendet der Prophet sich jetzt (V. 17—27) von den Hirten zu den. Schafen, indem er die Vergeltung verkünden will, die auch an den ־Völkern und den Einzelnen aus ihrer Mitte* welche Israel bedrückten und bedrängten, geübt werden soll, wozu der Uebergang (V. 16) gemacht ist mit den Worten: das fette und starke (Schaf) aber werde ich vernichten, ich werde es weiden mit Strafgericht. Vers 17 ist daher zu übersetzen: Ihraber, meine Schafe (d. i. ihr Völker alle), — ich werde richten zwischen Lamm und zwischen Lamm (d. h. zwischen dem wahrhaften Lamm einerseits) und zwischen Widdern und Böcken, so dass לאלים ולעתלדים eine oppositionelle und gewissermassen corfigirencle Erklärung des Propheten selbst zu ,לשר ist. Wir können nämlich wiederum vermuthen, und des. 49, 7. 52, 14 bestätigt es, dass die Niederlassung des, vom Könige und seinen Fürsten mit grausamem Zorn beladenen Volkes in seinen neuen Wohnsitzen, die Gründung von Erwerbs zweigen zum nothdürftigsten Lebensunterhalt unter Kämpfen und Anfeindungen aller Art errungen werden musste, und dass die älteren Ein״' wohn er Babyloniens das ״verachtete und menschengemiedene" V61k nicht blos von jeder geselligen Berührung, sondern auch von jeder gewerblichen Verbindung schon aus Broeineid fernhalten wollten, dass sie also nicht blos jedes bessere Erwerbsfeld für sich abweideten, sondern auch den Rest noch muthwillig mit den Füssen zertraten, weil sie den neuen Ankömmlingen keinerlei, und wär’s auch nur der dürftigste Genuss des Landes, vergönnen mochten. Gott wird daher richten, sagt der Prophet, zwischen dem fetten Schafe, den heidnischen, selbstsüchtigen Völkern, und dem mageren Schafe, den Israeliten, welche schwach und widerstandslos von den stärkeren Schafen mit den Seiten und Schultern .fortgedrängt und mit den Hörnern fortgestossen wurden, bis sie vom Rasen und der Hürde hinaus auf die freie. Landstrasse versprengt wurden (V. 21). Aber Gott wird seiner Heerde helfen, dass sie nicht mehr der Verachtung oder Plün-