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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 3 · p. Seite 114

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 3
Article
Erklärung des vierunddreissigsten Kapitels im Jecheskeel
Date
1861-01-01
Page
Seite 114 (sequence 4)
Language
German
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114 Erklärung des 34. Kap.־im Jecheskeel. gruss an die. neuen Ankömmlinge, an die Leidensgenossen und Glaubensbrüder sollte der Aufzeichnung nicht werth gewesen sein? Das brachte mich auf den Gedanken, dass c. '34, welches der äusseren Ordnung nach auf die 33, 22—21־ erwähnte Nachrieht von der Einnahme Jerusalem’s folgt, eben dieser Schmerzensgruss und zugleich' der Trostruf an das unglückliche heimathlose Volk.sei. ׳.Und in der Tliat passt die Beschreibung der Hirten, welche sich selbst weiden, welche die fetten und gesunden Schafe zu ihrem Nutzen, ausbeut eh, dagegen die schwachen nicht stärken, die •kranken nicht heilen, die verirrten nicht zur Iieerde zurückführen,־ die verlorenen nicht suchen und die Heerde mit Strenge und Härte treiben, auf König Nebukadnezar und seine Feldlierren, insbesondere auf die Anführer des Verbanntenzuges weit besser a.ls auf die Könige Israels, und das ganze Bild auf den qualvollen Zug der Jucläer aus der Heimath nach den Wassern Babels weit besser, als auf den Verhältnissmässig glücklicheren Zustand, da das Volk noch unter seinen Königen lebte. Wären, wie bisher allgemein angenommen wird, unter den Hirten Israel'8׳ oder Juda'8 Könige zu verstehen, was sollte da die Frophezeiung post eventum (V.10־) bedeuten: ״und ich mache ihnen ein Ende, dass sie nicht mehr die Schafe weiden," wenn wir nicht etwa dem c. 34 eine andere Stelle und eine frühere Zeit anweisen wollten, während gerade in Jecheskeel die Reihenfolge der Reden sonst mit geschichtlicher, Genauigkeit beobachtet ist. Nehmen wir dagegen an, dass c. 34 eine Strafrede an die babylönischen und chaldäischen Führer enthält, welche das geschlagene und seiner Selbstständigkeit und seiner heimathlichen Heerde beraubte Israel über Steppen und Gebirge nach Babylonien brachten,, dann ist diese Rede ganz an ihrer Stelle. Dass aber der Name des BabylonerkÖnigs und -Volkes gar nicht erwähnt wird, das gibt uns zugleich Aufklärung über die Vorsicht, welche der sonst muthvolle Prophet hatte brauchen müssen, um seine Hörer und sich selbst nicht in Gefahr zu bringen. Darauf, auf Furcht und .höthige Vorsicht, deutet schon die Stelle (33, 30): ״die Söhne deines Volkes, die von dir sich unterreden bei den Mauern und in den Eingängen der Häuser, und Einer redet dem Andern zu u. s. w.als ob man offen von Jeches-

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