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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 3 · p. Seite 110

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 3
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1861-01-01
Page
Seite 110 (sequence 18)
Language
German
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HO Lewi beii GerSon (Gersönides) als Religions'philösöph. Wirklichkeit, und als ein Allgemeines Grund der Wahrheit sein. Eben dieses Prineip findet sieh nun bei Aristoteles im Schlussstein seines ganzen Systems, in der Lehre Vom reinen Denken oder der Gottheit. Diese ist als denkendes Wesen Subjekt, als der Zweck und die absolute Form der Welt zugleich das schlechtbin Allgemeine, in allem Endlichen dagegen stellt sich das Allgemeine nur in einer Vielheit von Einzelwesen dar." Dass es für unseren Fall keinen Unterschied macht, ob-man mit Aristoteles Gott oder mit den Arabern die letzte der emanirten Iütelligenzen, den שכל הפועל? setzt, leuchtet ein. Freilich nun ist diese Lösung noch nicht so tief, wie sie aus dem Innern des aristotelischen Systems heraus .gegeben werden kann. Vielmehr macht der ausgezeichnete Kenner des Aristoteles, Brandis1), darauf aufmerksam, dass zwischen dem real Allgemeinen, das sich wirklich im Stoffe verwirklicht, und dem abstrakt Allgemeinen,, das lediglich unserer Reflexion angehört, zu unterscheiden sei, und dass ״gleichwie das Allgemeine der Arten und Gattungen das prius des Besonderen und Einzelnen ist, weil nothwendige Voraussetzung desselben (d. h. der Existenz desselben), ebenso auch: nothwendige Bedingung; der Erkenntnisse" Wir werden aber im Verlaufe Uns überzeugen, dass auch Gersonides den Unterschied zwischen dem konkret Allgemeinen und. dem blos abstrakt Allgemeinen nicht übersehen hat, und dass• die Antwort,, die er an unserer Stelle gibt, nur einen vorläufigen Werth haben soll. . Ein weiteres Problem,, was die' Möglichkeit des Wissens anbetrifft,, ist die Frage,- wie der allgemeine Geist, den wir als ״Erdgeist^2) bezeichnet haben,, sowohl selbst die über ihm stehenden Geister erkennen,, als auch uns diese Erkenntniss mittheilen könne. Ferner, woher es komme, dass uns eine Erkenntniss vollkommener als die andere zu Th eil werde, da sie ja־ alle als Mittheilung eines, wie doch wohl angenommen wer- 1y Brandis ,. Aristoteles und seine akademischen Zeitgenossen, S. 568. 2) Denn, wenn Ritter, Die christl. Philosophie S. 598 sagt: Der Beweger des Mondes ist die nächste allgemeine Ursache, welche die irdischen Dinge beherrscht, so ist das insofern, ungenau, als erst die aus dem Mondbeweg.er emanirte Intelligenz der Erd Sphäre vorstellt.

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