Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 19)
- Language
- German
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111 Erklärung des- 34. Kap, im Jecheskeel, den müsse, in gleichmässigem Besitze aller in uns entstehenden Erkenntnisse seienden Geistes angesehen werden müssen. •Die Antwort ist: Bas Gewirkte erkennt seine Ursache, also erkennt der Erdgeist die höheren Geister. Freilich aber ist diese Erkenntniss keine so vollkommene, wie das Wissen, das der Erdgeist von sich selber hat. Und das ist gleich eine Antwort auf die zweite Frage: Der allgemeine Geist selbst erkennt nicht Alles in gleicher Weise. Eine zweite Antwort aber ist die, dass der hylische Verstand, um zur Mittheilung des allgemeinen zu gelangen, erst der sinnlichen Erkenntniss bedarf, und, sobald, diese mangelhaft ist, auch die Mittheilung es nur sein kann. Nach diesen Erörterungen über den allgemeinen Geist wendet sich Gersonides dem eigentlichen Thema zu, nämlich der Frage, ob der hylische Verstand, an sieh freilich eine entstandliehe und vergängliche Disposition, dadurch dass er sich ver« wirklicht, dass er ״erworbener" Verstand wird, ewig ist. Gersonides geht hier wiederum prüfend auf die Meinungen der Früheren ein. Averroes und (nach seinem Berichte) auch Alexander und Themistius halten diese Ewigkeit unter einer Bedingung für möglich, wenn nämlich der menschliche Geist bis dahin gelangt ist, den allgemeinen Geist vollkommen zu erkennen, also so zu sagen mit ihm eins zu werden. Dagegen können die Erkenntnisse, die dem Menschen von den diesseitigen Dingen kommen, als entstanden nur vergänglich sein. (Fortsetzung folgt.) Erkläraitg des viei’unddreissigsten Kapitels 11» Jecheskeel. Das Buch Jecheskeel ist unstreitig eines der schwierigsten,- vielleicht das schwierigste unter den prophetischen Schriften, nicht blos wegen seiner vielen sprachlichen Unebenheiten und seltenen Redewendungen, auch nicht blos wegen seines von den übrigen Propheten vor und nach ihm abweichenden Gedankenganges, — alle diese Schwierigkeiten wären durch mühsame