Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 108 (sequence 16)
- Language
- German
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'108 Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilos.opli.־ ־Hauch1). Aber auch dieser ätherischen Wärme allein schreibe er noch nicht die wunderbar gestaltende Kraft zu, die sich in der Bildung der Glieder zu erkennen ,gibt, vielmehr müsse, um die darin sich manifestiren.de Weisheit zu erklären, mit ihr eine göttliche Kraft sich verbinden, die Aristoteles״ ׳die von den Himmelskörpern emanirte Seele“ nenne. Diese göttliche Kraft, von der, wie er meint, der• Philosoph rede, ist eben der energotische Geist. Nur ein Geist nämlich kann ohne Werkzeug — der Same aber ist kein Werkzeug (Organ), sondern gehört•, zu den gleichtheiligen Dingen'2) — seine Thätigkeit üben. Es ver- ,stellt sich, dass Gersonides den Ausdruck ״die den Himmelskörpern emanirte Seele“ für ungenau hält. Es sei damit :der den Bewegern der Himmelskörper (den Sphärengeistern) ema- •nirte Geist (der bekannte נשכל ך!0ועל den wir, wenn es nicht missverständlich wäre, ״Erdgeist“ nennen könnten) gemeint.־ Ferner fühlt Gersonides auch das Bedenkliche einer Theorie, welche dem Samen jede seelische Kraft ab spricht und die Zeugang auf;die jedesmal und individuell eintretende Concurrenz des allgemeinen Geistes zurückführt. Er meint daher, dass, selbst unter dem Zugeständnis8, dass die.Zeugung auf eine im D Die Unrichtigkeit dieser Auffassung der aristotelischen Aeusserang bespricht Brandis, Aristoteles und seine akademischen Zeitgenossen 6. 1218: ״Man hat ausser Acht gelassen, dass Aristoteles nur einen dem Aetker ähnlichen Hauch, nicht jenen selber als Substrat des Lebensprincips bezeichnet u, s. w.u Aristoteles nämlich sagt: avtkl0yov r<p tcov aozQcov gxol%£l(0. Merkwürdig bleibt aber der aristotelische Ausdruck: ävQ'Qomog yaq avd'qcoitov ysvvct ncd 7110ן g. 2) Der hebräische Ausdruck: חלקים המתדמים entspricht dem Grie-• duschen: ogoto/Ltap?J. Die Anschauung aber, ist die, dass aus den Eiementen zunächst Gleichtheiliges., wie Fleisch, Knochen u. s. w.^ also organisirter Stoff, sich bildet, aus diesem Organe. Aristoteles beginnt seine Thier geschieh te mit den Worten: die Theile der Thiere sind entweder ^zusammengesetzt, die nämlich in Theile zerlegt werden können, die dem Ganzen gleichartig sind, wie Fleisch in Fleisch zerlegt wird, und deshalb heissen diese Theile Homoeomerien, oder zu- •sammengesetzt, die nämlich nicht in Theile zerlegt ■werden können, die dem Ganzen gleichartig sind, wie die Hand nicht in Hände zerlegt wird. Die Organe sind daher dcvo^olo^sq^ bestehen aber aus oiioiopsQri. Hiernach ist es deutlich, was Gersonides damit sagen will, dass der Samen nicht Organ ist, sondern zu den gleichtheiligen Dingen gehört. '