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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 3 · p. Seite 106

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 3
Article
Lewi ben Gerson (Gersonides) als Religionsphilosoph
Date
1861-01-01
Page
Seite 106 (sequence 14)
Language
German
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106 L'ewi ben Gerson (Gersonides) als :Religionsphilosoph. wissend. Averroes Meinung muss also verworfen werden. Gersonides trägt jetzt seine eigene vor, welche, soweit es auf die Wesensbestimmung des hylischen Verstandes ankommt, die des Alexander ist. Die Disposition, von der wir reden, meint G., ist ebenfalls eine Verwirklichung der Materie, d. h. die Materie ist der Träger des hylischen Verstandes. Nur trägt sie ihn nicht unmittel־ bar. Man muss unterscheiden zwischen den Formen, welche unmittelbar von der Materie aufgenommen werden, und den Formen, welche vermittelst anderer Formen als spätere Verwirklichungen auftreten. Wir werden uns demnach entweder so ausdrücken: die vorstellende Seele (das <pavTa6T1%dv), welche selbst einen Theil der wahrnehmenden Seele (der ׳tfrup) ausmacht, ist der Träger des hylischen Verstandes, oder, was dasselbe besagt, die Materie trägt den hylischen Verstand unter Vermittelung der wahrnehmenden Seele. Dass die wahrnehmende Seele, die nebst der vorstellenden auch dem Thiere zukommt, diese Disposition hat, das macht sie zu einer menschliehen. Zugleich ist auch der Ausdruck des Alexander (d. h. des ihn erklärenden Averroes) zu adoptiren, die Seele sei Bedingung der Existenz, nicht des Denkens für diese Disposition, um festzuhalten, dass die Thätigkeit dieser Disposition eine von sinnlicher Beimischung gesonderte und freie ist. Selbstverständlich aber entsteht und vergeht diese Disposition als eine wenn auch noch so ferne Verwirklichung der Materie. Davon verschieden jedoch ist die Frage, ob darum nicht doch der von Möglichkeit zur Wirklichkeit übergegangene menschliche Geist, der Geist im Besitz der Denkobjecte, der dann den Namen ״erworbener Geist" führt, ewig ist. Um von dem bei Averroes darüber sich Findenden aus zugehen, so wird dort die Ewigkeit des menschlichen Geistes an seine Einigung mit dem allgemeinen Geiste, dem 5שכל הפועל geknüpft. Es wird sich also für uns vor Allem um die Wesens- Bestimmung dieses allgemeinen Geistes handeln, zumal da von den Früheren eine nähere Bestimmung über die Natur des allgemeinen Geistes nicht gegeben worden. Wenn sich, meint Gersonides, der ״hylische Geist" als das Vermögen, die Ordnung (den Nomos, wie er sagt) der hiesigen Dinge zu erkennen, bestimmen lässt, so ist der energetische,

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