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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 3 · p. Seite 91

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 3
Article
Die höchsten Gewalten im biblischen Staate
Date
1861-01-01
Page
Seite 91 (sequence 11)
Language
German
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91 Die höchsten Gewalten im biblischen Staate. ihres begeisterten Strebens. ' Aber wie warfen sie ihre Begeisterung in die Massen des .Volkes? Wie regten sie dasselbe oft wie Einen Mann zu grossen Thaten, zur neuen Gottestreue auf? Gleichfalls durch das• bereits erwähnte Mittel. Das Gesetz , sicherte ihnen ein Einziges, nämlich die Redefreiheit. Mit ihren Reden wandten sie sich an die Alten und Vertreter des Volkes, sie hielten sie auch an Festtagen vor gemischten Versammlungen, Männern und Frauen. Durch jene Kette der Alten zündeten sie weiter, was jetzt die Presse ist, war und wirkte damals der durch jene'patriarchalische Volks-Constitution ־vermittelte Verkehr.. Für das rechte Thun der Propheten aber war in der göttlichen Lehre selbst die Controle, mit ihr im Widerspruche wurden sie strafbar, nur auf diesem Boden, wo das Gesetz irgend geachtet war, blieben sie sicher, nur aus dieser Quelle sogen sie ihre Begeisterung. Es gab in den alten Staaten noch eine andere Macht, welche theilweise alle die übrigen Einflüsse in Schatten stellte und um so gewaltiger herrschte, als sie über die• Gewissen gebot, dies war die Hierarchie. Ganz verschieden hiervon sehen wir den politischen Einfluss des Priesterstandes und des ganzen Levitenstammes im biblisehen Staate auf ein sehr bescheidenes Mass reducirt, wenn es auch in manchen Büchern anders zu lesen ist, weil man, statt die quellenmässigeii Beweise zu suchen, sich von der vorgefassten Meinung leiten liess, dass es hier so gewesen sein müsse, wie in den Kastenstaaten der alten Welt. Wir können iridess auf diesen Gegenstand hier nicht weiter eingehen und nur an folgende Umstände kurz erinnern. 'Stand in Egypten die Priesterkaste als die höchste da, so dass auch der König ihr angehören musste, so war im biblischen Reiche ein anderer Stamm, zum herrsehenden designirt, nämlich• der Stamm Juda, aus welchem denn schon der zweite König, David, und die folgenden hervorgingen; und da der Levit Samuel den ersten König noch־ aus einem andern Stamme wählte, so schlug er keinen Leviten und keinen Priester vor, sondern den Bebjamiuiten Saul. Schon dieser behandelt die Priester ganz

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