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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 3 · p. Seite 85

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 3
Article
Die höchsten Gewalten im biblischen Staate
Date
1861-01-01
Page
Seite 85 (sequence 5)
Language
German
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Die höchsten Gewalten im biblischen Staate. .85 den Verhältnissen des Fürsten- oder Königthums umsehen. Wir finden es in den klassischen Staaten nach allerdings zeitlanger Dauer durch Revolutionen beseitigt, gegentheils im hebräischen Staate durch eine Art von Revolution für immer eingeführt, in andern Ländern Asiens zur uneingeschränkten Despotie gesteigert, in Egypten mit einer allmächtigen Hierarchie identificirt. Das monarchische Prihcip im Allgemeinen herrschte vom Anfänge her im mosaischen Staate. Ohne weitere Formen, nur durch moralische Gewalt und als Dolmetsch des göttlichen Willens stand Moses an. der Spitze des Volkes. Schon er wird an einer Stelle des Deutoronomiums im Schwünge dichterischer Rede König genannt. Nach ihm und seinem Willen gemäss leitete Josua das Ganze, diesem folgten bekanntlich die Männer, welche je das freie Vertrauen des Volkes auf sich gezogen hatten, sie walteten lebenslänglich, ihr Titel war: Richter, Schofet, den wir auch bei den Karthagern wiederfinden, in der von Livius uns überlieferten Form Suffe fies und Suffes, welches letztere wahrscheinlich nur die falsche römische Aussprache für Suffet gleich S c h 0 f e t ist. Den Richter Samuel aber forderte das Volk auf, statt dieser bisherigen Verwaltungsform das stetigere und energischere Königthum einzusetzen. Zwar rieth der Prophet in Rücksicht der Verhältnisse jener Zeit davon ab; das Volk aber setzte gegen ihn, dem es bisher in Allem gefolgt war, und welchem es auch bis an sein Lebensende Vertrauen und Verehrung bewahrte, in dieser Angelegenheit den einmal gefassten Entschluss durch, und so ging aus der Wahl Samuel’s der erste König hervor. Will man dieses Auftreten der Volksführer ׳ gegen den an der Spitze der Verwaltung und Gerechtigkeitspflege wirkenden Mann eine Revolution nennen, so hatte sie, wie im Frühem angedeutet, eine Tendenz und Wirkung, welche derjenigen der Revolutionen der anderen alten Völker ganz entgegengesetzt war. Diese nun, einmal eingesetzte Regierungs־ form wechselte das seinem Wesen nach conservative biblische Volk mit eigenem Willen niemals wieder. Der gute König blieb ihm das Ideal der Herrscher würde, wie

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