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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1861-01-01 · Heft 3 · p. Seite 82

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
10 (1861)
Issue
Heft 3
Article
Die höchsten Gewalten im biblischen Staate
Date
1861-01-01
Page
Seite 82 (sequence 2)
Language
German
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82 Die höchsten Gewalten im biblischen Staate. bei der Anordnung des'Ganzen die rechten Gesichtspunkte, bei der Abwägung der Gewalten das rechte Mass zu treffen. Wir sehen diesen Kämpf in den alten Staa-. ten, er ist auch in der neuern Welt noch nicht überall beendet. Wie lange dauerte es in den griechischen Städten, ■bis das Gleichgewicht der Gewalten sich hergestellt, wie lange in dem länderbeherrschenden Rom, wo dieser Kampf das grossartige Schauspiel jener Meere bietet, deren unermessliche Wogen das.Schiff׳ bald ■wie über breite Bergplateau’s-, bald durch weite Wässerthäler tragen, bis das Schwellen und Sinken der Wünsche und Interessen sich gescliwichtiget, und die wohlgeordnete Maschine des Staatsschiffes im gleichen Wasser dahinfuhr. Wie es aber erfreulich ist, von der Höhe des Ufers dem Wechsel und dem Schwanken der Wellen zuzuschauen, so können wir auch .freudiger von der Gedankenhöhe des heutigen vaterländischen Festes in die weite Vergangenheit der um den Innern Frieden ringenden Völker hinsehauen. Denn uns begeistert das Bewusstsein, in einem Staate zu leben, der, wie er einst am heutigen Tage von kräftiger Hand in seiner vollen Selbsständigkeit begründet wurde, so unter der Leitung edler Fürsten zur allmählichen Entwichelung seiner herrlichen Institutionen gelangte und doch, weil jeder Stillstand Tod und nur in der Bewegung Leben ist, sich noch nicht׳ damit begnügt, im Ganzen bewundernswerth das Gute erreicht zu haben, sondern immerdar noch in dem Einzelnsten glücklich nach dem Bessern strebt. Wie viele Formen der Staateverfassungen entstanden und fielen wieder, ehe Preussen, dessen Wiegenfest wir feiern.' zur siegreichen Manneskraft sich entwickelte! Wie viele Gesetzgeber scheiterten an dieser ernsten Aufgabe! Die ־ Geschichte ihrer Lösung ist gewiss in jeder Hinsicht wichtig und lehrreich. Es sei daher gestattet, in folgenden flüchtigen Zügen ein Bild der ältesten Zeit, in der sich ja immer auch die neueste spiegelt, zu entwerfen und die Art und Weise zu schildem, wie in dem biblischen Staate die verschiedenen höchsten Gewalten zur Geltung kamen, gegen einander abgewogen und in Einklang gebracht waren.

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