Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 3
- Article
- Die höchsten Gewalten im biblischen Staate
- Date
- 1861-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Die höchsten Gewalten im biblischen Staate. (Gelesen in der königl, Deutschen Gesellschaft zu Königsberg zur Feier des preussischen Krönungsfestes am 18. Januar 1800, vom Frofessor Dr. Saal schütz.) Die Wohlfahrt der Staaten beruht wohl wesentlich auf der Balance der in ihnen wirkenden Gewalten. Es gab deren, welche der Bildung des Staates, ja der •ersten kleinen Gemeinwesen vorangingen; denn die Noth war die erste Macht, welche die vereinzelten Familien zusammen führte, um in der Gemeinschaftlichkeit die Hülfe zu finden, sei es nun bei der Abwehr der Gefahren, oder bei der nutzbringenden Bewältigung der Natur. Eine zweite war die Macht der Leidenschaften in den Individuen dieses kaum entstandenen Gemeinwesens, die Macht des Egoismus, der durch Verfolgung eines Einzelinteresses das Wesen der Gemeinschaftlichkeit negirt', vielleicht bald durch Verbrechen es gefährdet. Ihm musste eine andere Gewalt entgegengestellt werden, der Führer, den die Gesammtheit sich wählte, das Oberhaupt, welches das Ve» brechen strafte und strafend hinderte, den Egoismus zwang, sich selbst vergessend, mit den Andern zu gehen. Wer mässigte aber dieses Oberhaupt der Horde, wenn es, selbst’ der Sklave von Leidenschaften, die Andern sich als Skiaven unterwarf und, statt das Recht zu schützen, der Ungerechtigkeit fröhnte? Ihm trat daher ein Rath der Alten controlirend zur Seite, es entstand ein Cyklus von Gesetzen, um jedem Heb ergriff, woher er auch komme, zu wehren. So wie die Staaten grösser, die Verhältnisse complicirter wurden, so wurde es auch immer schwerer,!Tränket, Monatsschrift. X. 3. 7