Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 5)
- Language
- German
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Recensionen lind Anzeigen. 73 der Geschichte; es . ist ein Versuch, die sittliche Welt als einen einigen Organismus zu begreifen, während man auf heidnischer Seite die־ Gesetzmässigkeit der natürlichen Welt zu erfassen strebte/4 — Das ganze streitende jüdische Volk befand sieh (nach dem Verf.) in apokalyptischer Erhebung. In dieser Fühlung des Unsichtbaren kämpften und siegten die Makkabäer. Und — meint der. Verf. ferner — ,,war es dieselbe absolute Gewissheit über die unsichtbare Welt, in welcher auch die Helden des sechszehnten sowie des neunzehnten Jahrhunderts der sichtbaren Welt Trotz boten und sie überwanden." — Hierin liegt also die welthistorische Bedeutung des Makkabäerkampfes. Wir lassen es dahingestellt sein, ob die Begeisterung der Makkabäer und der ihnen folgenden jüdischen Streiter wirklich blos aus apokalyptischen Anschauungen nach Art des Buches Daniel entsprang, oder vielmehr eine reine, mit allem Heldenmutlie gepaarte Gottbegeisterung war, die mit 8icherem Scharfblicke den richtigen Moment zu finden wusste, die syrische Macht, die an des Reiches Grenzen schon allerlei Unfälle erlitten hatte, niederzustossen. Jedenfalls war es eine sittliche Erhebung, wie die Völkergeschichte solche nicht eben zahlreich aufzuweisen hat, Der Herr Verf. verdient darum den Dank aller Unbefangenen, diese historische Thatsache hervorgehoben und als nachahmungswürdiges Beispiel für alle Zeiten dargestellt zu haben. Auch über das, was er am Schlüsse sagt, ,,dass der Gedanke, durch den die Makkabäer gesiegt haben, später durch das Christenthum die Kraft gewann, in der gesammten Menschheit ein neues Leben zu erregen/* sind 'wir weit entfernt, selbst vom jüdischen Standpunkte aus, mit ihm zu rechten. Dies sollte ja eben, wie schon Maimonides äussert, die Mission des Christenthums sein, die ewig-sittlichen Wahrlieiten des Judenthums unter die Völker zu verbreiten und dadurch dem wirklichen Messiasreiche die Bahn zu brechen, Wenn aber der Verf. dann hinzufügt: ״Es (das jüdische Volk) hat wahrlich noch immer drangsalvolle Zeit und wenig Ursache, freudig der Gegenwart zu leben, aber im tiefsten Innern kann es den Glauben nicht mehr finden an seinen welthistorischen Beruf, an seinen Sieg und an die Wunder Jahves. Indem es seinen Gott nicht freilassen wollte, ist es selbst nicht frei geworden," so bedauern wir, dass solche einseitige Phrasen noch Frankel, Monatsschrift X. 2. - •($