Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 10 (1861)
- Issue
- Heft 2
- Article
- [Rezension]
- Date
- 1861-01-01
- Page
- Seite 68 (sequence 4)
- Language
- German
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68 Recensionen und Anzeigen. zulassen. Letzteres wurde seit der babylonischen Gefangen- Schaft immer mehr zu einer unausweichlichen Nothwendigkeit, und wenn sie hier sich in einer Absperrung befanden, so hatte sie eben nur der Hass derer zurückgestossen und isolirt, die sich ihnen gegenüber des Gesetzes allumfassender Liebe rühmten. Ein noch viel grelleres Verkennen des wirklichen Sachverhältnisses spricht sich in folgenden Bemerkungen Seite 5 aus: ״Etwa 5 Jahrhunderte nach dem Entschwinden des Buddha und 300 Jahre nach Alexander erklärte die aus dem Essenerorden hervorgegangene Schule der Christian er, dass der alte Jehova nicht mehr exclusiver Stammgott der Juden, sondern der Vater aller Menschen sei, und noch 6 Jahrhunderte später schuf der Prophet von Mecca aus alt-arabischen Traditionen, Judenthum und Christenthum u. 8. w. jene dritte Religion, die ebenfalls für alle Erdensöhne bestimmt sein sollte. Wenn nun die blos stamm- und volksthümlichen Culte im Allgemeinen jeden Fremden ausschlossen, so lag es im Princip des Buddhismus, des Christenthums und des Islam, unbegrenzte Propaganda zu machen, Volk auf Volk in die Gemeinschaft der Gläubigen aufzunehmen und dadurch zu einer höheren Einheit in der Kirche zu verbinden. Wirklich haben sie im Mittelalter fast die ganze bekannte Welt erobert, und jede der genannten Kirchen lebt noch jetzt der Hoffnung, dass sie dereinst die allgemeine und alleinige, und dass alsdann eine Heerde und ein Hirte sein werde.“ Der von Vielen nachgesprochene Irrthum, dass der Pentateuch, die Propheten oder andere Bücher des A. T. einen Nationalgott lehren, ist bereits von gründlichen protestantischen wie katholischen Theologen-genugsam widerlegt worden. Die Bibel fängt mit der Lehre an, dass Ein Gott alle Welten erschaffen habe, dass aus dem Einen von ihm geschaffenen Menschenpaare, der Einen von ihm geschützten Familie des Noah alle Völker der Erde hervorgegangen, dass sie Alle also nur Einen Gott und Schöpfer haben, wenngleich nicht erkannt haben. Ich schütze und leite Dich und gebe Dir Sieg, spricht der Gott der Hebräer bei Jesaias zu Cyrus, ob schon Du mich nicht kennest. Abraham nennt seinen Gott den Richter der ganzen Erde, der auch von den heidnischen und verderbten Sodomitern sein Strafgericht wo möglich abwenden werde. In den mosaischen Gesetzen verbietet Gott, gewisse heidnische Völker zu bekriegen und ihre Län-