Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 12
- Article
- Bericht über die Arbeiten des Verwaltungsrathes der asiatischen Gesellschaft während des Jahres 1859-1860
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 460 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2829132-2829248-2829261-2857513--05809-2857537- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
460 Wissenschaftliche Aufsätze. bald darauf wurde er Nachfolger Wilkin's als Bibliothekar der Indischen Compagnie, so daß er, umgeben von der schönsten und.zahlreichsten Sammlung von Sanskritmanuscripten, die es auf der Welt gibt, den Lauf seiner Arbeiten wieder aufnehmen konnte. Er fand, daß Colebrooke eine Ausgabe der Aphorismen der Schule des Sankhya begonnen hatte, an deren Beendigung ihn sein Gcsundheitszustand hinderte; und er bot sich augenblicklich an, das Werk, seines alten Lehrers zu vollenden, und that Lies auch, indem er nochden Text und den Commentar von Gaurapada hinzufügte, obgleich ihm der Gegenstand fremd war und er sich in Indien nicht damit beschäftigt hatte. Aber er schlug nie eine Arbeit ans, die nach seiner Meinung für die indischen Studien von Nutzen war, und . seine gründlichen Kenntnisse und sein gewandter Geist bewirkten, daß er sich mit Ehre und zum Bortheile der Wissenschaft aus den schwierigsten Aufgaben zu ziehen wußte. Er hat viele andere Proben von dieser Fertigkeit abgelegt, da er Arbeiten, die seinen gewöhnlichen Studien fremd erschienen, mit Glück zu Ende führte. So zum Beispiel befand sich die indische Compagnie im Besitze einer Sammlung von Manuscripten. die von Mackenzie im südwestlichen Indien veranstaltet war, und man wußte nicht, wie man in Kalkutta Nutzen ziehen sollte von dieser Masse von Schriften in tamulischer, canarischer,, malagali- Mischer und teliNgifcher Sprache. Wilson erbot sich sie zu ordnen und einen kurzen Inhalt derselben zu geben, was er auch kurz vor feiner Abreise nach Europa that in dem Kataloge der Manuscripten Mackenzie's, welche noch heute eine Quelle des Wissens für die Geschichte des südwestlichen Indiens ist. Ebenso unternahm es Wilson die 40,000 baktrianeschen - und indo-scythischen Denkmünzen, die Herr Masson der Bibliothek der Gesellschaft übergeben, zu beschreiben, und sein Brians, antigua wird noch lange ein Führer in dem Labyrinth der dunkeln Geschichte der Könige Baktriens . und ihrer indoscythischen Nachfolger fein. Die Puranas waren einer von den Gegenständen, die Wilsan am meisten beschäftigten. Man hatte nur schwankende und unvollkommene Ideen über die Zusammenstellung und den Inhalt dieser ungeheuren Legendenmasse, aus: denen man hoffen konnte, geschichtliche Daten von großem Werthe zu ziehen, und deren Studium auf alle Fälle unerläßlich nothwendig war, wenn man .sich über den Glauben und Aberglauben der Hindus Rechenschaft geben wollte. Wilson ließ sich von diesem Versuche nicht abschrecken und widmete sich einer Arbeit, an die man kaum glauben würde,. wenn er nicht