Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Israelitische Jahrbücher [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 441 (sequence 5)
- Language
- German
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Nccensionen und Anzeige«. 441 Wie in den. ersten Zeiten der Entdeckungsreisen die Seefahrer sich mehr in dem Wetteifer gefielen, einzelne unbedeutende Inseln auSzuspähen, als die bereits entdeckten Ländergebiete gehörig zu kultiviren, so ging es auch hier. Man gefiel und gefällt sich noch viel zu sehr in speziellen Conjecturen, von denen manche wohl die Wahrheit treffen oder ihr nahe kommen, bei weitem aber nicht alle. Wird der süd. Literaturbau au« dem Studium der Borarbeiten endlich ein-- mal heraus sein und es sich einst darum handeln, aus den als kaufest allgemein anerkannten Materialien ein großes Ganze her-- zustelltn; dann ist auch mehr Gemeinsamkeit und Eintracht unter den Bauleuten zu verhoffen. In Bezug auf die S. 165 erwähnte Ausgabe des Netter« schen hebr. Pentateuchs in Wien mit vielen Commentaren kann nicht verhehlt werden, daß dieselbe von Druckfehlern wimmelt und daher insbesondere, was die Targumiin betrifft, fast u n b r a u ch - bar ist. Wir erwähnen dies hier, um die Wiener Herren Cor-- rectoren zu größerer Umsicht zu veranlassen. Wahrlich bei diesem Pentateuche ersieht man, daß einst der bekannte Bibliophil Hei mann Michael in Hamburg nicht Unrecht hatte, wenn er äußerte, ״in Wien gedruckte Hebr. Bücher dürfe man gar nicht lesen!" — Im zweiten Briefe läßt sich der Bf. ziemlich ausführlich über die in den Werken von Pinsker und Gr ätz enthaltenen neuen Entdeckungen in Bezug auf die Karäer aus. Wie wir neuerlich vernommen, gehet jedoch Munk in Paris damit um, auf den Grund ihm vorgelegener Handschriften einen Theil jener Resultate zu widerlegen, namentlich wären weder Zehuda ben Koreisch noch Eldad ha-Dam Karäer gewesen und noch weniger gehörten die Masoreten zu jener Secte. Wir müssen dies vorläufig dahingestellt sein lassen, stimmen aber mit dem Vf. der ״Rückblicke" überein, daß jedenfalls diese noch angezweifelten Entdeckungen für jetzt nicht als Thatsachen in ein Geschichtswerk aufzunehmen gewesen wäreu. — Die Ideen im dritten Briefe über Philosophie des Judenthums und über die Bedeutung der Speisegesetze verdienen Beachtung; das Epitheton ״gefeierten Schulmanns (S. 182)" sollte vielleicht heißen ״sicißigen." — Am Schlüsse ergänzt der Vf. noch eimge in der vorhergegangenen ״Nekrologie" nicht erwähnte Todesfälle jüdischer Literaten. / ״Die Anfänge eines jüdischen-Seminars unter der Kaiserin Ma״. ria Theresia " von G. M o l f gibk, nach einem kurzen Hinblicke auf den früheren Jugendunterricht bei dm JGden , Kunde von den-An-