Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 11 · p. Seite 440

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 11
Article
Israelitische Jahrbücher [Rezension]
Date
1860-01-01
Page
Seite 440 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2829132-2829248-2829260-2857451--05783-2857501
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

440 Recensionen und Anzeigen. viduen, die solche ausbeuteten, lebendig geschildert wird. Der-ganze Aufsatz ist ein gut gearbeitetes Stück Literaturgeschichte.' — ״Rückblicke auf das verflossene Jahr". ,,Ehrenhalle österreichischer Juden", und ״Nekrologie". zusammen über W Seiten umfassend, vom Hera usgeber des Jahrbuchs mit Melem Fleiße und Tacte abgefaßt, geben einen schönen Blick in die Geschichte-der Juden während des verflossenen Jahres und werden ,einem künftigen Geschichtschreibcr mannigfach als Quelle dienenkönnen. Alle Wohldenkende theilen gewiß den am Schlüsse des ersten her nur gedachten drei ׳ Aufsätze ausgedrückten Wunsch, daß auf einem abzuhaltenden Eon« -reffe die religiöse Intoleranz in gleicher Weise für immer abgeschafft werde, wie der Sclavenhandel und die Seeräuberei! vr. B. B e er' s ״Rückblicke auf die Wifche Literatur seit Mat 1859" unterscheiden sich von den in den ftüheren Jahrgängen ent» haltenen desselben Verfassers sowohl in formeller als materieller Hin» sicht. Sie sind in Briefform abgefaßt, ähnlich den vorerst in dieser Monatsschrift und dann auch besonders abgedruckten ,,jüdischen Li» teraturbriesen." Der Vf. nimmt Anlaß über die Schmähsucht der jüdischen Autoren und deren häufig sich kundgebcndes Bestreben, ihre gegenseitigen Leistungen herabzusetzen - manch scharfes, aber wohl nicht übertriebenes Wort auszusprechen. Entschuldigt nun zwar Vf. allerlei Ungehöriges in der Fehdeweise der jüd. 'Gelehrten durch den ungeregelten Bildungsgang Mancher unter ihnen, sowie durch den Mangel an Anerkennung, den jüd. Autoren bis jetzt nach außen hin fanden, so dürfte noch hinzuzusügen sein, daß auch der Forschüngs» gang, den die Bearbeiter der jüdischen Literatur seit dem Beginne ihres Umschwungs zu nehmen genöthigt waren, manche Schuld an lener mit Recht zn rügenden gegenseitigen Abstoßung trägt. - Um das umfassende Gebäude der jüdischen Wissenschaft mit sicherem Erfolge neu aufzurichte», mußte die Thätigkeit vorerst dahin gerichtet sein, den tausendjährigen Schutt auszuräumen. mit gewandter,Hand manchen Baustein darin ausfindig zu machen, dessen'Werth man beim ersten Anblicke allerdings nicht sogleich erkennt, der aber nach umsichtiger und wiederholter Prüfung wohl geeignet erscheint,׳ in den Neubau mit eingefügt zu werden, ja zuweilen ihm zum festen Hali» punkte dient. Der Forschertrieb wird dadurch auf Ausspähung Md Entdeckung einzelner Momente und Thätsachen geleitet, ja zuweiM verleitet , die dem Auffindec ln Betracht deS 'Scharfsinns! ״oder׳ des Fleißes, den er auf die Erforschung verwendete, zweifellos erschienen, die,.aber d.öch häufig Anderen - als nicht ^stichhaltig sich, datfiellteft.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.