Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Israelitische Jahrbücher [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 439 (sequence 3)
- Language
- German
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Recensionen und Anzeigen. 438 freundete hohe Verwandte des kaiserlichen Hauses in dieser Angelegenheit sich brieflich gewendet habe, auch an den einflußreichen Graf Montecüculli, an den Kardinal Asolino zu Rom (der aber wegen der damaligen PappwahlT) im Conclave eingeschloffen war und daher nichts dafür thun konnte), sowie an die Gemahlin des Her׳ zogs von Sachsen, die in seinem Hause übernachtet, habe er geschrieben. Insbesondere führt er an, daß ein von dem Geheimstcretair der Königin Christine von Schweden empfangenes Schreiben besage , wie diese Monarchin, an welche er sich ebenfalls gewendet hatte, bereits bei der römischen Curie Schritte gethan, um die kaistrliche Regierung von jener Judenvertreibung abzubringen. Es wird dann am Schluffe noch hinzugefügt, daß die Königin Christine auch bei der Mutter des Kaisers und bei dem apostolischen Nuntius für die Juden sich verwendet habe. — Der zweite Aufsatz ״die Israeliten in der k. f. österr. Armee, von Vr. W, Derblich" gibt Auszüge aus manchen toleranten Bestimmungen des österreichischen Dienftreglements und führt an, wie die israelit. Soldaten im österr. Heere sowohl hinsichtlich ihres guten Betragens als ihrer persönlichen Tapferkeit, namentlich im letzten Feldzuge, sich ausgezeichnet haben. — Nach einem Fragmente von A. Kohn in Raudnitz ״die Plutokratie und das Judenthum." da« weiterer Durchführung bedurft hätte, (auch ist die eigenthümliche Orthographie mancher Eigennamen darin auffallend), folgt ein größerer geistvoller Aufsatz von Simon Szanto, ״fahrende Juden." Der Vers, von dem richtigen Gesichtspunkte ausgehend, daß namentlich bei den Juden die,Gesetze den Geist der jüd. Religion oft reiner zurückgeben, als dieser sich aus äußeren Begebenheiten erkennen läßt, entwirft eine Skizze der jüdischen Armengesetzgebung, nach den verschiedenen Perioden, in denen solche sich ausbildeten. Vom ״biblischeu Armenwestn", wobei jedoch auch manche talmudische Auslegung vorkommt (S. 34 muß es anstatt ״Sous" heißen ״Suß)") gehet Berf. zur ״rabbinischen (eigentlich talmudischcn) ״Armenverfassung" über, die er auch die ״neuere" nennt, obgleich im Mittelalter in manchtn Stücken davon abgewichen ward, und schließt den sehr belehrenden Artikel mit einem Capitel benannt ״fahrende Inden", worin die fast unbegrenzte Gastfreundschaft bei den Juden bis in di« neuesten Zeiten herab und die verschiedenen Classen von Jndi-?)Clemens des X. (Mitki), der SM ZS. April 1670 gewählt wurde.