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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 11 · p. Seite 433

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 11
Article
Geographische Skizzen
Date
1860-01-01
Page
Seite 433 (sequence 8)
Language
German
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433 Wissenschaftliche Aufsätze. übergehen die schrecklichen Folgen, di« der Nationalkampf und Ra« tionalhaß zwischen Juden und Griechen in Cäsarea hervorgerufen, die furchtbaren Metzeleien, die daraus entstanden, und eilen zur «1־ gentlichm entscheidenden Katastrophe, als deren Vorläufer die bluti-- gen Fehden in Cäsarea und anderen Städten zu betrachten sind. ״Am 4. Monate Panemos brach Vespastan nach PtolemäuS auf und zog von dort nach Cäsarea am Meere, der größten Stadt, die jedoch meist von Heiden bevölkert ist. Die Einwohner empfingeü Heer und Feldherren mit großem Jubel und Freuden׳ dezeUgungen, theils aus freundlicher Gesinnung gegen die Rö* mer, noch Mehr aus Haß gegen die Ueberwundenen u. s. w." sJ. K. ÜI. d. 1). ״In Cäsarea war es, wo Vespasian den Tod Nerö's erfuhr und wo er von den römischen Legionen zum Jmperator ausgerufen wurde.״ In Cäsarea wurden also die Geschick« Rom's entschieden! ״Don hier aus brach der neue Cäsar auf. um sich nach Egypten zu begeben Und den Weg nach Rom zu bahnen. (I. K. TV. 10). Titus , dem sein Vater .den Oberbefehl und die Weiterführung des Krieges übertrug, führte sein Heer, das sich in Cäsarea sammelte, von Hier aus wieder gegen Jerusalem.". ״Nachdem, erzählt Josephus, idiä. V. 1. 6, Titus einen Theil der Truppen um sich versammelt, und dem andern Befehl gegeben hatte, vor Jeru׳ salem zu ihm zu stoßen, brach er von Cäsarea aus u. s w. — Nach dem Falle Jerusalems und der Zerstörung des Tempels zog Titus mit dem ganzen Heere nach Cäsarea am Meere, wohin er unermeßliche Beute und die Sclaven bringen ließ. Hier wie in Cäsarea Philipp! feierte Titus den Geburtstag seines Brudermit Pracht und ließ zu Ehren desselben einen großen Theil der verurtheilten Juden umbringen. Endlich war Cäsarea der Schauplatz, wo Simon bar Giora dem Sieger gebunden überliefert würde." — Welch zahlreiche traurige Erinnerungen knüpfen sich nicht an Cäsarea!! Wir haben bisher die meist eigenen Worte des kalten, berechnenden, vom Mitgefühle sich nicht Hinreißen lassenden Historikers gehört, und wir wollen nun den Schmerzensruf deS mit roher Gewalt niedergetretenen Volkes, wie er sich in der Hagada treu abspiegelt, vernehmen. Die Hagada schreibt nicht Geschichte, sondern sie gibt uns getreu wieder die Sprache des Gefühls und des Rationalbewußtseins, wie sie der traurigeIMoment und die lebhafte Erinneruug dem unglücklichen Volke eingegehen. Noch weniger ist hier an einen sogenannten Pragmatismus zu denken, sondern das Volk klammert sich an das Naheliegende und Augenfällige. Darum TrantN, 33

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