Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 11
- Article
- Mosaisches Recht und Hindurecht
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 408 (sequence 3)
- Language
- German
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40$ Mosaisches Recht und Hmdurecht. ständige Gtellustg, die hier der Frau in jedem Leb euSalter und in jedem Zustande, besonders in dem der Ehe angewiesen ist/? so drängt sich bald die Ueberzeugung auf, daß jene.zarteren Rücksichten nicht in der Achtung vor den hehren weiblichen Tugenden, sondern in dem mitleidigen Gefühle gegen die dem weiblichen Geschlechts angeborne Schwäche ihren Ursprung haben. Diese deprimirende Anschauung läßt nun aber auch die Frau als unmündig, als des männlichen Schutzes (nicht nur des des Gatten) stets bedürftig erscheinen und macht die eheliche Beziehung zu einem gleichsam vormundschaftlichen Verhältniß. Bon dem weiblichen Geschlecht wird hier folgendes Bild entt worfen: ״Menu ertheilte den.Frauen Liebe zu ihrem Bette, zu ihrem Sitz und Schmuck, Wollust,'schlechte Neigungen, - den Wunsch Böses zu thun, Verkehrtheit". (9, 17). Und dieses Bild gehört noch nicht zu den stärksten des Menu! (vgl. 9, 19.-20). Ein Frauenzimmer kann nie selbstständig werden. ״׳ In der Kindheit muß die Frau vom Vater, in der Jugend von ihrem Manne, und wenn er gestorben istwon ihren Söhnen abhangen '). Ein Frauenzimmer soll nie Unabhängigkeit erlangen" (5, 148. 9, 3). Die Frau steht stets in einem abhängigen Verhältnisse zu ihrem Manne; von ihm geh et über sie Segen hiemieden und jn der nächsten Welt au§: ״Insofern eine Frau ihren Mann ehrt, wird sie im Himmel geehrt sein " <5, 153, 155) ^). Darum ist auch die Vorschrift: ״Sei auch die Führung des Mannes tadelnswerth, überlasse er sich auch anderen Liebschaften und sei er aller guten Eigenschaften ledig, so muß ihn doch stets die tugendhafte Frau wie einen Gott verehren" (5, 154). Und dieses sclavische Verhältniß der Frau zu ihrem Manne stritt selbst in der Sakontala, dem Ausdruck der zarten Minne hervor. Der König Duschmanta hat sich mit der reizenden Sakontala im heiligen Hain verlobt, sie wird ihm später zugeführt und str 3) Kulluka fügt Hinzu: ״ Wenn sie keine Söhne hat (tfi sie abhängig) von den nahen Verwandten ihres Mannes , hat er keine ZurückgelasseMnön Nn Verwandten ihres Va!ers, und hat sie keine väterlichen Blutsverwand- Lm ^'i.v.om Fürsten :;^1( Hervorzuheben ist auch, daß die bei dem Hindu so hoch gehaltene Sraddha für die Verstorbenen (vgl. weiter) nur für den Vater und die vä- Lerlichen Ahnen, nicht aber für die Mutter dargebracht wird. Wahrscheinlich weil, wie aus obigen erhellt, die Frau nur 'an -er Seligkeit des Gatten participirt. ־