Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die jüdische Hochzeit in nachbiblischer Zeit
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 357 (sequence 19)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 357 gen die Kethnba und übergibt sie, «ine eigene Formel sprechend der Braut, di^von den Frauen unter Gesang entschleiert und auf ein Ruhebett gesetzt wird. Der Rabbiner spricht die שבע ברכות, die Gemeinde recitirt bestimmte Lieber, führt den Bräutigam der Braut zu und entfernt sich glückwünfchend, In der nächsten Nacht (auf den Donnerstag) und in den folgenden Nächten versammeln sich die Gäste im Hochzeitshause und recitiren während des Schmaufes besondere Lieder für jede Nacht. In der letzten Nacht endlich wird das junge Paar unter Musik vou Männern und Frauen in das Gotteshaus geleitet, der Bräutigam verrichtet daselbst die Abendandacht und kehrt mit dem ganzen Gefolge in seine Wohnung zurück, wo das Schlußfest mit einer Gasterei »nd Absingung heiterer Lieder gefeiert wird 5). Von den ägyptischen Juden rügt es Maimvni als einen großen Uebelstand, daß sie bei ihren Hochzeiten fremden, unjüdischen Bräuchen huldigen und eine Art Mummenschanz aufführen Die Braut bedeckt ihr Haupt mit einem Helme, trägt ein Schwert in der Hand und führt in dieser Verkleidung tanzend den Zug der Hochzeitsgäste an. Der Bräutigam läßt sich daun seinerseits von Toilettenkünstierinnen nach Weiberart aufputzen, den anwesenden Knaben werden Franenkleidcr angelegt und die Nägel mit Henna gefärbt. Maimoni erzählt, daß er, obwohl bedeutende Männer in Aegypten an dieser Sitte festhielteu und namentlich das Volk, auf den langjährigen Usus sich stützend, nicht davon lassen wollte, dennoch die vollständige Ausmerzung derselben durchsetztes. סני כתובתיני בידיכי ושמריני ובכל «אי הנתיב ביד, ליני דחיעלין ביר לרשותי באנ&י (4 .בהדי ורבנן כדת משה וישראל, הא בתובתיכי 5) Die zahlreiche» bei dieser Gelegenheit abgesungenen und im Rituale für jede Gelegenheit besonders angegebenen Liedess zeichnen sich größtentheils durch eine leichte, gefällige Sprache aus, mehrere derselben sind recht sinnlich gehalten (vgl. p. 35b und 64a). Es sind einige darunter, die von spanischjüdischen Dichtern herrühren. Bei zwei Liedern ist auch die Melodie, nach der sie gesungen werden, angegeben, p 90a: לחן עיי, שערי (aus dem spann scheu Machsor) und p 85 a: יהי — לחן מקור עיני), lieber das Ritual« im Allgemeinen vgl. Zunz, die Ritus des synagogale» Gottesdienstes S. 57 — 58." 6} Ich entnehme diese Nachricht den הדוש׳ הדמ״בם, die Maimoni's Sohn gesammelt und die aus dem 2׳ מעשה רקה in dem Sammelwerke קובץ תשובות הרמ״בס נאגרותיו (Leipz. Schnauß) zusaminsngestellt sind, p. 51a: ונשות בני ישראל גם ני רובם נצולות מזה העדן ר״ל לאו לא יהיה נלי גבר הנר, קצתם הם :בשלות 3ז מצד פתיוחם וזד, שבחופותיהם ׳תדמו לנויס ותצנן- האשד, מצנפת או נובע