Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die jüdische Hochzeit in nachbiblischer Zeit
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 353 (sequence 15)
- Language
- German
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353 Wissenschaftliche Aufsätze. Festsetzung durch bestimmte Rechtsvorschriften unterworfen waren, wie er seinerseits wieder der Braut allerlei Liebesgaben (סבלונוח) zusendet. Zu Pferde sitzend, führt er den Zug an, der sich mit Wein- und Oelfässcrn, goldene» und silbernen Gefäßen, seidenen Kleidern nach dem Hause seiner Schwiegereltern bewegt, vor dessen Thüre ihm ein Labetrank kredenzt wird (B. Bach. 1468.). — Das Brautgemach §) war aufs Prächtigste hergerichtet, bunte Leintücher, Seiden- und Purpurstoffe, goldene Schmucksachen und allerlei Früchte schmückten seine Wände (jer. Sota c. IX Hai 15; b. Sota 49b; Midr. Echa 4, 11; M. Sem ad; 01 c. VIII) 3 4 5 6). In den Zeilen religiösen Druckes, in denen die barbarischen Peiniger die Ausübung der religiösen Vorschriften untersagten und sich das jus primae noctis vorbehieltens), suchten jüdische Eltern natürlich, die Beschneidung und Verheirathunz ihrer Kinder auf alle mögliche Weise zu verheimlichen und die Feier dieser Feste mußte den Glaubensgenossen durch geheime Zeichen mitgetheilt werden. ״Wenn sich der schrille Ton der Handmühle aus einem großen Gebände vernehmen ließ " — erzählt der Talmud — ״jo deutete dich auf eine Beschneidungsfcier, wenn die Fenster eines Hauses in Berur-Ehajil in Heller Erleuchtung strahlten, so war damit die Einladung zum Hochzeitsmahle gegeben 6). Die Hochzeitsfcier Lauerte nach altbiblischcr Sitte eine volle Woche. An dem dem Hochzeitstage folgenden Sonnabende genoß 3) Das Brautgemach hat verschiedene Namen: גננא;חופה, das gewöhnlich mit dem Verbum קטר oder קשר verbunden wird (Bernch. 16a; Gen. R. e. 18, Lev. Eft. e. 26; Kohel. A. 8, 1; Pesikta R. c. 14; ngl. Pesch. zu Joel ”2, 16 und Psalm 19, 6): בילה (Num. R. c. 13). Eigenthümlich ist der Ausdmck תופת נעורים (Sota 12 b). 4) Nach Pirke di R. Elieser )6. 41: אין אז־פ תולה בתופת כנו .,אלא פרסות לבנות) gab man, wahrscheinlich der guten Vorbedeutung halber, der weißen Farbe bei der Wahl der Stoffe den Vorzug. 5) Jer. Ket. c. I Hal. V:: והיו הולכין ומשעבהין בהן ואונסין. את בנותיהן וגזרו שיהא אסטרטיוס בעל תחלה; b. Ket. 3 b: ומסכנה ואילך .... דאמרי בתולה הנשאר! ביום הרביעי תנעל.לתפסה תחלה ובר. 6) Synhed. 32b. ,קול ריתים בבורג׳ שבוע הבן שבוע הבן אור הגר בברור חיל משתה שם משתה שס. In jer. Kethub. e. 1. lautet der Bericht umgekehrt: קול מגרוס בעיר משהה שם משתה שם אוו■ הנר בברור תיל שבוע הבן שבוע. הבן und wie der jeruh Talmud hinzufügt, kam dieser Brauch auch später, als die Juden vom Drucke .aufathmeten. nicht ab: אע״פ שבטל השמה המנהג לא בטל. Vgl. Aruch. s. v. אור Aus ähnlichem Grunde scheint sich auch die Geheimschrift, deren der Talmud erwähnt, entwickelt zu haben: א״ר בד אבא אילין בני מדיגתא עחמין סגין בה תה מנתון בעי משלתה מילה מסטריקון לחבריה ונו■ (jer. Sabb. c. XII; jer. Gittin c. II) wenn sich diese Relation überhaupt aus Juden bezieht. Äranfei, Monatsschrift. IX. 9. 27