Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die jüdische Hochzeit in nachbiblischer Zeit
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 352 (sequence 14)
- Language
- German
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332 Wissenschaftliche Aussätze. suhlen und mochte es hie und da den unhöflichen Hochzeitsgeber empfinden lassen. Eine einschlägige Anekdote wird von dem beknnnten Witzling Bar Kappara erzählt. R. Jehuda hanafi nämlich lud zur Hochzeit seines Sohnes R. Simon alle Gelehrten ein und schloß bloß Bar Kappara aus, weil er dessen derbe Späße fürchtete. Hierauf schrieb dieser auf die Wand des Hochzeitshauses: 24״V MMoneu Denare werden an diesem Feste verschwendet — und Bar Kappara wird nicht, eingeladen! Wenn Sündern solche -Pracht zu Theil wird, welche Herrlichkeit erwartet die Frommen!" In Folge dessen erging an Bar Kappara die Einladung und den letzten Satz umkehrend, sagte er: ״Wenn die Frommen schon in diesem Leben sich solchen Glanzes erfreuen, welche Pracht wartet ihrer im Jenseits! (Redar'.m 50b.) Nach einer anderen Quelle rächte sich Bar Kappara jedenfalls viel witziger. Er schrieb auf die Hausthüre des R. Jehuda: ״Deiner Freude folgt der Tod, welchen Werth hat deine Freude?" Nachdem R. Jehuda den Schreiber ermittelt hatte, veranstaltete er seinetwegen am folgenden Tage ein besonderes Mahl. Kaum waren die Speisen aufgetragen, begann Bar Kappara dreihundert Fuchsfabeln zu erzählen und die Hochzeitsgäste (* * 8 (בני נננא), seinen Schwänken lauschend, vergaßen so lange die reichlich aufgetischten Leckerbissen, daß diese ungenießbar wurden und unberührt in die Küche zurückwandcrn mußten. Der freigebige Wirth beschwerte sich hierüber, erhielt aber von Bar Kappara die Antwort: ,/Ich that dieß, weil Du mich nicht zugleich mit meinen Coüegen einludest und damit Du nicht meinest, daß ich mich nach Deinen Leckereien sehnte (Lev. Rabba c. 28 ׳, Kohel. Rabba 1, 3). Der Bräutigam nahm den obersten Sitz beim Hochzeitsschmause ein 9), während es zu den officiellen Tugenden der Braut gehörte, sich in jungfräulicher Schamhaftigkeit in den Hintergrund zu ziehen *) und es lag den Gästen ob, ihn und seine junge Ehehälfte mit Wort und That zu erfreuen (Berach 6 b). Die Freunde bezeugten dem Bräutigam ihre Theilnahme durch Hochzeitsgeschenke (׳שושבינות, B. Bath. 144b)2), welche einer gewissen Regelung und לאומרן בבתי חתנים ובבתי -משתאות בקול נגינות ובקול שמחד ולא ראינו מי שמחד. בזאת (Alfasi zu Berach. P. V). 8) Vgl. Peschittho zu Matth. 9, 15: בננהי דגנונא, was der griechische Te.rt allzuwörtlich durch vioi toi w!up13vo$ wiedergibt. 9) Mosd Kat. 28b: מניין לחת( שמיסב בראש ובו׳. 1) Pesach. 86b: .והכלה הופכת פניה ואוכלת .. . . מפני שהיא בושר. 2) Dgl. RGA. des R. I. C. Schescheth (רי״בש) Nr. 301 und Rga. des Moses b. Joseph, Traut (מב״יט) I, 29; II, 80.