Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die jüdische Hochzeit in nachbiblischer Zeit
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 351 (sequence 13)
- Language
- German
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Wissenschaftliche Aufsätze. 351 große Zuhörermengc herbeilockten ft. Es war sprüchw örtlich, daß die sechzigjährige Matrone wie das sechsjährige Mädchen beim Schalle der Castagnette herbeieile ft. Den volle» Strom der Heiterkeit, dem sich auch die ernstesten Gäste unbekümmert Hingaben, (Berach 9a) dämmte einer oder der andere der Anwesenden durch moralische Betrachtungen. Das Maßhalten in der Freude wird für Hochzeiten besonders empfohlen ft. R. Asche, bei der Hochzeit seines eigenen Sohnes bemerkend, daß die Gesetzesjünger ihrer heiteren Laune die Zügel schießen lassen, zerbrach absichtlich ein kostbares Gefäß, um dadurch der übersprudelndcn Heiterkeit Einhalt zu thuu ft. R. Hamnuna der Kleine, bei einein Hochzeitsschmause aufgefordert, ein Lied anzustimmen, brach in die Worte aus: ״Wehe uns, wir müssen sterben! Wehe uns, wir müssen sterben!" woraus der Chor einfiel. ״Heil der Lehre, Heil dem Gesetze, die uns schirmen!" (Berach 3ta). Ein Weiser verglich deßhalb die vergänglichen Freuden des Lebens mit dem schnell vorüberrauschenden Vergnügen einer Hochzeit ft. Die späteren Rabbinen, die sich ebenfalls eine Hochzeit nicht ohne Musik denken konnten ft, beschränkten die dabei abgesungenen Lieder bloß auf religiöse Hymnen ft und verbannten den Tanz vollständig mit Rücksicht auf den Satz (Sprüche 11, 21): Hand an Hand bleibt nicht rem (398 .§ ס׳ חסידים). Die Einladung zum H ochzeitsschm au se ()סעודת חת, Berach 6b) galt als eine große Ehre. Bios die jerusalemischcn Juden waren in diesem Punkte ziemlich spröde und vornehm, denn sie ließen sich nur nach wiederholter Aufforderung zur Thcilnahme am Festmahle bewegen (Midr. Echa 4, 2). Wenn dagegen sonst einer der dazu Berechtigten übergangen wurde, so durste er sich gekränkt 1) Chagiga 14 b: ,נגני אדם שמתקבצין ובאין לראות במומוטי התן ופלד. Ra sch i u. R. Nathan difstriren in der Erklärung des dunklen Wortes מזמש. 2) Mosd Kat. Ob: דאמרי אנשי בת שתין כבה שית לק ל טבלא רהטא. 3) Succa 49b: .והצנע לכת עט אלהיך זו הוצאת המת והכנסת כלה לחפר, wozu Rasch! bemerkt: אף שם צריך הצנע לסעוד במרה נאה ולשמוח תמהה נאד, ולא להנהיג קלות ראש בעצמו. 4) Davon rührt die noch jetzt bei jüdischen Trauungen übliche Sitte her, nach vollendeter Ceremouie ein Glas zu zerbrechen (Tosaph. zu Berach 31a). 5) Erubin 54a: דעלטא דאזלינן מנה כהלולא דמיא. 6) אין שמחת חתן וכלה בלא כלי שיר, (Mordechai Beza Per V; Hag. Ascheri ib.; טור א״ח סי, של״ח). 7) פירש גאון הא דאמרינן זטרא בפומא אסיר ד,ני מילי כגון נגינות של אהבת אדם לחברו ולשבח יפה ביפיו כגון שהישמעאלים קורין להם אשעאר אבל דבריי שירות ותושנחוח ווברון חסידיו של הקב״ר, אין אדם מישראל נמנע מואר. ומנהג בל ישראל