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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 9 · p. Seite 347

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 9
Article
Die jüdische Hochzeit in nachbiblischer Zeit
Date
1860-01-01
Page
Seite 347 (sequence 9)
Language
German
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347 Wissenschaftliche Aufsätze. sei nicht nöthig, daß bei dieser Gelegenheit ein Jeder eine Fackel trage, wenn dieß nur der vorausgehende Führer thue (Zunz, zur Gesch. u. Lit. S. 489). Dem jungen Paar zu Ehren ließ man auf dem Gange nach dem Hochzeitshause 5 6) mit Wein und Oel gefüllte Gefäße ausströmen und warf Nüsse und gebratene Sangen umher 6). — Einer jungfräulichen Braut pflegte man ein Gefäß mit Theruma- Wein 7 8} voranzutragen, um ihre Keuschheit und Jugendfriscke symbolisch an* zudeuten. Nach einer anderen Relation wurde jeder Braut ein Weinfaß vorangeführt, nur mit dem Unterschiede, daß bei einer jungfraulichen Braut das Gefäß verschlossen, bei einer anderen Braut dasselbe geöffnet war (Kethub. 16b). In Babylon erschienen die Gesehesjünger bei der Vermählung einer Jungfrau zu Ehren der Braut mit reichlich gesalbten! Haares. Das Umherstreuen von Nüssen und Sangen (חלוק קליות) unterblieb bei der Verheirathung einer Wittwe (Keth. 17b. ארמלתא ליח לה כיסני). — Derselben Symbolik gehört jedenfalls auch der Gebrauch an, daß am Hochzeitstage oder einige Zeit früher Körner der bekanntlich schnellwachsenden Gerste in einen Blumentopf gesäet wurden, um auf die Fruchtbarkeit der neuen Ehe anzuspielen 9). Bei den Juden im 5) בית חתגזת (B. Bath. 98b; Mcg 5b, Taan 14b); בית גגנא (Neben. 50b); בית חופה (Midr. Echa 4. 11) und בי הלולא, vgl. Pesch, zu Matth. 25, 10: בית■׳ ח^א und Targ. Pseudojon. zu Deut 32, 50. Es galt als Regel, daß der Sohn auf das Haus, welches der Vater ürni zum Hochzeitshause anwies, ein stillschweigendes Eigeuthumsrecht erlangte. Der Talmud zählt dieß unter die רלכתא בלא מעמא (Gittin 14a und Parallelstellen). 6) Berach. 50 b; Tosesta Sabb. o. 7; Semachoth a. VIII. Aus den zwei letzten Stellen geht hervor, daß das Oeffnen von Wein- und Oelschlauchen auch bei dem Einzuge ausgezeichneter Männer in eine Stadt üblich war. Auf diesen Hochzeitsbrauch spielt auch eine Stelle der Pesikta R. e. 37 an: מח רק״בד. עושה לז למשיח שבע חופות של אבנ׳ים שובות זמרגליזת ויל חופה וחופר. ימושכץ'מתובר ארבע נחרות של יין ושל דבש- ושל חלב ושל אפרסמון שחור זבז,. Mit dem Ausstreuen von Früchten ist die römische Sitte zu vergleichen, nach welcher der Bräutigam während des Hochzeitsschmauses der Jugend scherzend Nüsse zuwarf (Plin. H. N. XV, 22; Catull. I-IX, 131). 7) Der babyl. Talmud (Keth. 16 b) nennt dieses Gefäß יוס של בשוחר und erklärt es durch .בום יין של ותרומר. Nach der Leseart des jer. Talmuds, Kethub c. II hall I: אף מ^שחוליבו לפגיר חבית של במורות haben wir an ein Gefäß herben Weins (von Heerlinge) zu denken. 8) Ketub. 17 b: דרדוגי רמשחא אדישא דרבנן. Die Etymologie des Wortes .דררו ist mir nicht klar. R. Hai Gaon und Raschi übersetzen es durch ״falbem׳. 9) .Ketub 8a; Ab. Sara 8b: ■מכי רמו שערי באסלגחאי und Raschi's Erklärung zu beiden Stellen; vgl. Arnch 8. v. אמינתא. R. Salomo b. Adereth

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