Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Die jüdische Hochzeit in nachbiblischer Zeit
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 345 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2829132-2829248-2829258-2857333--05662-2857367- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Wissenschaftliche Aufsätze. 345 der theoretischen Durchforschung desselben (jer. Chagiga c. I). R. Tryphon gewahrte während des Unterrichtes eine xornps nnxtislis. Sofort ließ er die Braut in sein Haus ei «kehren und beauftragte seine Mutter und seine Gemahlin, dieselbe M baden, zu salben, zu schmücken und unter Tanz bis in die Wohnung des Bräutigams zu geleiten (Alu di R. Nathan c. 41). Ein Hochzeitscarmen der schönsten Art ist nach׳ der Ansicht vieler Exegeten in dem 45ten Psalm erhalten. Fragmente anderer Hochzeitslieder hat der Talmud bewahrt: ״Der Schminke, der Salbe, des Fucus nicht bedürftig ist sie. die anmnthige Gazelle"' (Kethub. 17s) ft. R. Zchuda bar Jlär und R. Samuel b. Jizchak, von religiöser Freude dnrchglüht, tanzten vor der Braut, indem sie Myrthenstengel schwangen und Loblieder anstimmten. R. Acha lud die Braut aus seine Schultern und führte mit ihr einen Tanz auf (ib.) Die strengen Schammaiten wollten, daß die Braut nicht ,über Gebühr gepriesen werde (כ^ה כטור! שהיא)), die Hilleliten gestatteten der verherrlichenden Poesie einen freien Spielraum (ib., Dcrech Erez o. V). Natürlich konnte es nicht ausbleiben, daß sich der Volkswitz an manchem Brautpaare übte und daß klatschsüchtige Basen sich in Sticheleien ergingen. ,,Wenn die Leute" — so erzählt der Midrasch zu Psalm 24, l — ,,beim feierlichen Umzuge eine häßliche Braut neben dem schönen Jüngling in der Tragbahre bemerkten, so. sprachen sie: Der Jüngling findet in dieser Tragbahre sein Grab: wenn umgekehrt dem reizenden Mädchen ein mißgestalteter Mann zur Seite stand, so hieß es: Das herrliche Geschöpf.geht an diesem Unholde zu Grunde." — An den jungen Gatten pflegte man eine neckende Frage über die Beschaffenheit seiner Ehehälfte zu richten, indem man ihm das folgende Räthsel vorlegte:?מצא או מוצא ״Wer gefunden" oder ״ich finde"?, wobei auf die zwei Schristverse: ״Wer gesunden eine Frau, hat gefunden ein Glück (Sprüche 18, 22) und ,,ich finde bitterer als den Tod die Frau" (Koh. 7, 26) angespielt wurde (Berach. 8s. Jebam 43b). Eine viel ernstere Bewandtniß hatte cs mit der sogenannten Kezazah (קצצה), durch welche die Angehörigen des Bräutigams im Falle einer Mesalliance desselben ihre öffentliche Mißbilligung aussprachen und die folgender Weise beschrieben wird: Wen» das Mitglied einer Familie eine seiner unwürdige Ehe einging, so brachten seine Verwandten ein mit 1) Das פרכוע in der älirten L teile halte ich für turn!, mit eingeschaltetem aramäischen 1.