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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 9 · p. Seite 333

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 9
Article
Antonio José da Silva
Date
1860-01-01
Page
Seite 333 (sequence 3)
Language
German
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333 Antonio Josö da Silva. zweifelt sein vollständiger Name — gehörte einer jener Judensamilien an, welche nach der Wiederbesitznahme der Portugiesen von Brasilien mit Erlaubniß der Regierung als Juden im Lande verblieben und sich in Rio de Janeiro ansässig gemacht hatten; die Furcht vor der Inquisition machte sie später zu heuchlerischen Bekennern des Christenthums und sie waren, wie die meisten Neuchristen, geheime eifrige Anhänger der Mutter-Religion. Antonios Vater, Iv Lo Men d es d a S il v a, war daselbst ein angesehener Advocat und auch er soll mehrere poetische Werke verfaßt haben, welche nie gedruckt und auch wohl gänzlich verloren gegangen sind. Mit seiner Frau, Lourenca Coutinho^), erzeugte er drei Söhne, deren jüngster, unser Dichter, den 8. Mai 1765, zu Rio de Janeiro geboren wurde. Gerade danrals begann die unter Jväo HL eingeführte Inquisition eifriger die Neuchriften in Brasilien zu überwachen und die Juden oder Judenfreunde, welche gewöhnlich über Vermögen zu verfügen hatten, trotz aller früheren Concessionen mit unerbittlicher Strenge zu verfolgen. Antonio Josö's Vater war so glücklich, lange Zeit unerkannt zu bleiben; die zu seinen Gedichten gewiß absichtlich gewählten Gegenstände, worunter sogar eine Art von Messt ade und die Uebersetzung eines Hymnus aus die h. Barbara, ließen Verdacht nicht auskommen. Ganz anders erging es der Mutter. Als eine Bekennerin des jüdischen Glaubens wurde sie angeklagt und im Jahre 1713 aus Befehl der Inquisition in deren Kerker nach Lissabon gebracht.ף Der zärtliche Gatte wollte sich von der ge- X, und Jnnoc. Franf. da Silva's Diedern, bifal. portuguez (Lisboa 1858) find mir noch heute nicht Zugänglich. Eine Monographie aus neuester Zeit ,, 11 Giudeo Portoghese, per V e g 6 z z i Ru s cu i 1 a “ (Turin 1852) ist Wolf nur dem Titel nach bekannt, auch in der hies. königl. Bibliothek bis jetzt eben so wenig vorhanden, wie die von Souza da Siiva Pontes angekündigte Ausgabe der Werke und Biographie Ant. Josds. 4) Ein Familienname der vielen portugiesischen Judenfamilien eigen war, Manuel Rodr. Continho wurde 6.! 713 von der Inquisition zu Lissabon zum dritten Male wegen Rückfalls in den jüdischen Glauben bestraft; vgl. Roß, 1)18861׳!. PMios. qua Inquisit. Pontif. iniquitas eyincitur (Marburg 1737), 16. 5) Es war nichts seltenes, daß Personen aus Rio de Janeiro nach Lissabon vor das Tribunal gestellt und ab gestraft wurden, so befanden sich bei dem Auto-da-fe von 10 October 1723 Anhänger des Judenthums angeklagt und sämmtlich aus Rio de Janeiro: Der Mimnarbeiter Diego Lopez Simon, 26 Jahr alt; der 2L.jäh-

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