Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 9
- Article
- Antonio José da Silva
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 334 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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334 Antonio Jose da Silva. liebten Gattin nicht trennen, er opferte sein Vermögen, schied von seinen Freunden und folgte seiner Lourenca nach Lissabon, woselbst er seine Advocatenpraris mit Erfolg fortsetzte. So kam Antonio Jose schon im sechsten Jahre nach Portugal, um es nie wieder zu verlassen. Nach zuriiekgelegten Vorstudien in der portugiesischen Hauptstadt bezog er die Universität Loimbra, um sich den Studien des eanonischen Rechts zu widmen, erlangte, 21 Jahre alt, beit Grad eines Baccalaureus des Rechts und begann in Gemeinschaft mit seinem Vater als Rechtsconstilent zu arbeiten. Schnell wurde-er jedoch seiner Thätigkeit wieder entzogen! Die Inquisition, welche seine Mutter noch in Verwahrsam hielt, merkte nur zu bald, daß auch er Anhänglichkeit an die mosaischen Lehren und die jüdischen Gebräuche hegte, und so wurde er schon am 8. August 1726 vor däs Inquisitionstribunal geschleppt. Ein schweres Verbrechen lastete aus ihm, er war beschuldigt, nach jüdischen Satzungen zu leben. Die Ablegung eines reuigen Be-׳ kenntnisscs seiner Schuld befreite ihn nicht von den Martern der Tortur, und die Anwendung des Wippgalgens (tratos de pole) hatte ihn so übel zugerlchtet, daß er längere Zeit nicht einmal seinen Namen unterzeichnen konnte. Ausdrücklich bemerkte man in seinem Urtheile, daß er während der Höllenpein nur den Namen des Einig-Einzigen angerufen, den der Heiligen, aber nicht über seine Lippen gebracht habe. Bei dem am 13. October 1726 abgehaltenen Auto-da-ss wiederholte Antonio Jose feierlich sein Bekenntniß und wurde sodann in Freiheit entlassen. Sorgsam vermied Antonio Jose den allzuhäufigen Umgang mit Juden und Neu - Christen, suchte vielmehr, unr den Blicken der inquisitorischen Häscher sich so weit möglich zu entziehen, den Umgang und die Freundschaft mehrerer, im Gerüche der Frömmigkeit stehender Klostergeistlichen. Im Jahre 1734 vermählte er sich mit Leonor de Carvalho aus Covilhä in Guarda, einer geheimen JüdinG), welch sonderrige SLudmt Ioseph Gomez de Paxebe« und sein älterer Bruder Francisco de Paredes, welche beide zu lebenslänglicher Kerkerstrafe verurtheilt wurden, Catalina Marques, schon am 24. October 1712 als Jüdin bestraft u. A. Der 84jährige Matheo de Moura Fogaza ans Rio de Janeiro wurde bei diesem Auto als hartnäckiger Jade verbrannt. Vgl. den Relaain *Uel Auto 11 e Fi etc> «. L c. a. 6) Befremdend ist, daß die sorgfältigen Biographen Antonio Jose's sich nicht auch um seine Frau gekümmert haben, wenn auch nur um nachzu--