Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 8
- Article
- Collectaneen
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 4)
- Language
- German
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308 Wissenschaftliche Aufsätze. ״Gegnern" der Motekallimun gehört, so seien eben dessen auf den Kelam bezügliche Angaben durchaus nicht maßgebend. Wir wollen daher eine viel altere Autorität, die gerade in der Periode der höchsten 'Entwickelung des Kelam geblüht, ja selber mit zu den Motekallimun gezählt wurde, hier als ׳Gewährsmann für die richtige Behauptung Maimoni's anführen. Denn in der That hatte schon der Gaon Saadia ג) und fast mit denselben Ausdrückeu wie Maim. gegen dieses sogenannte Möglichkeitsprincip polemifirt. Gleich in der Einleitung der Schrift Emunot ve-Deot bindet er mit dieser Idee an. Nachdem er näm-!ich bte Frage: Was ist Glaube? dahin beantwortet: Glaube ist das Sichüberzeugthaltm, daß die innere Vorstellung von einer Sache dem wirklichen Sein derselben ganz entspricht, so daß der Glaube nur dann wahr ist, wenn in der That die subjective Verstellung der objectiven Wirklichkeit gemäß ist; falsch dagegen, wenn das innere Bewußtsein von einer Sache dem realen Sein derselben ganz entgegen ist 1 2), — nach dieser treffenden Definition fährt dann Saadia in folgender Weise fort: 1) Bekanntlich ward Saadia mit zu beit Motekallimun gezählt. Vergl. hierüber Kassel, Kusäri S. 408. —- Die daselbst von Kassel aus dem Artikel: jüd. Literatur in Ersch und Grubers Encykl. citirte Ansicht Saadiäs über die. Vergeltung der Thiere, finden wir im Emunot rc. III, 10 selber ausgesprachen: וראוי אז לתת להם (לבהמות) שעור תמורת הצער ד,הוא. Wir wollen hier noch gelegentlich bemerken. More I, 71. wo ein kurzer Abriß der Geschichte des Kelam gegeben wird, kommt folgender Passus vor: ואחר כן פשטו תדירים וירדו אל דרך אחרת נפלאת, לא כחל!? בת בלל ה,מדברים מן הימים. "Später nahm der Kelam eine weitere Ausdehnung und man schlug einen höchst sonderbaren Weg ein (es ist hier eben das Möglichkeitsprincip gemeint), .an dem die Motekallimun unter den Griechen keineswegs e-rkrankt*waren" (nicht wie Fürstenthal, der לך^^, von נחל, erben, gelesen zu haben scheint). Munk bemerkt hierzu, in dem arab. Manufcript. das dem Ihn Tibbon Vorgelegen, müsse hier אלם, krank sein, gestanden haben, während der andere Ueb-ersetzer des More, Eharisi, עלם, wissen gelesen׳haben müsse. Er übersetzt daher: נטו אל דרבי׳ אתרים (פלאים לא (דעו מעולם א?־ז החכמיים המדברי׳ ממן. — Wir glauben nun, daß Ihn Tibbon mit besonderer Absicht die Lesung אלם. krank sein, vorgezogen, denn Maimoni, in seinem Antagonismus gegen den Kelam, hatte diesen eben als eine ״Krankheit" betrachtet — קצת חכמינו האחרונים אשד חלו תלי המדברים, heißt es im 9. der acht Abschnitte, eine S Zelle, die man nicht mit Unrecht auf Saadia bezogen hat. Man vergl. Emu not re. III, 1 u. 2. 2) האמונה חאמתית תוא שידע תדבר כאשד הוא ......והאמונה השקרית שידע הדבר בהפך מה שהוא... Völlig so definnt auch Maimoni: ״Glaubenheißt, überzeugt