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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 7 · p. Seite 248

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 7
Article
Eleasar und Alvaro
Date
1860-01-01
Page
Seite 248 (sequence 8)
Language
German
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248 Eleasar und Alvaro. die Schäfchen in die Ställe. Hier führt nicht ein Cyrus das Heer zum Kampfe, sondern Moses trennt mit zum Gebete gen Himmel erhobenen Händen die Schaar der Amalekiten. Wir wollen nicht memnonische Hymnen singen, nicht die Verse der Beneiden im Gesänge anstimmen, nicht stießt meine Rede sonst wie die des Livins, nicht laß ich das Keleusma der Iliaden erschallen. Unbekannt ist mir die beißende Sprache des Demosthenes; nicht erstrebet mein Brief die günstige Ausnahme Heidnischer Schriftsteller . . er duftet von den Wohlgerüchen der Prophetenworte 1). In der freundschaftlichsten Weise macht Alvaro dem Gegner auf einige chronologische Schwierigkeiten im Alten Testament aufmerksam, ersucht ihn, wie das zu gleichen Zwecken vor und nach ihm unzählige Male geschehen ist, um eine Erklärung des 10. Verses im 49. Capitel der Genesis, welchen er ihm seiner Absicht gemäß plausibel zu machen sich bemüht und schließt mit den Worten: ״Ich wünsche Dir, immer wohl zu leben, ehrwürdiger und geliebter Bruder der Natur aber nicht dem Glauben nach (natura non fiele frater)." ״Du schreibst mir,, o guter Mann (0 homo bone)/' antwartete Eleasar hierauf, ״wie ich und die Genossen meiner Synagoge den angezogenen Vers verstehe, der ist uns so deutlich und klar, wie das Tageslicht. Wenn Du jetzt bei mir wärest, so würde ich Dich fragen —" ja, hier fehlt der weitere Zusammenhang — er würde ihn fragen, wessen Scepter zur Zeit 1) Nec niemnonicos canemus hymnos, aut AeneLdarum carmine incidimus versus, uec lacteum Livii amnem deduco, nec Iliadum yJXevöfAtt decanto. Procul enim a me est lingua viperea Demosthenis. ... Epistola enim mea Ethnicorum favorem requirit, nec colorem de Atheneo trahit: sed Prophetarum saporibus redolet, et Patriarcharum fercula superß eiern geilt. Alvaro's und seiner Freunde Schreibweise ist meist hochtrabend, erkünstelt und mühsam anerlernt; gar widerwärtig nehmen stch die eingestreuten griechischen Floskeln aus. Doch muß man andererseits gestehen, daß es einem Alvaro unsägliche Mühe gekostet haben muß, außer den Büchern Alten und Neuen Testaments sich zugleich einige Kenntniß der classischen Schriftsteiler und der Kirchenväter zu erwerben. Helfferich, 1. c. 111 Besondere Verehrung zollte er Hieronymus ״abysus scientiae et inadibilis Oceanus“ (Epist. XVI, .1) ״hune nostrum et ־vere äignum non soliun mundo, sed etiam caelo Hieronymum (Epist. XVI, 3). Seine Kenntniß des Hebräischen scheint sehr unbedeutend gewesen zu sein.

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