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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 6 · p. Seite 216

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 6
Article
Etwas über den Einfluß der jüdischen Philosophie auf die christliche Scholastik
Date
1860-01-01
Page
Seite 216 (sequence 12)
Language
German
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216 Etwas üb. d. Einfluß d. jüd. Philosophie auf d. christl. Scholastik. jedem Gesetze Losgebundenes verwandeln, daß Alles, auch das Entgegengesetzteste hätte möglich werden können, wenn er nicht die Correctur anbrächte, daß allerdings der Wille Gottes in Bezug auf seine Geschöpfe mit dem Willen Gottes in Bezug auf sich selbst niemals in Widerspruch stehen könne. Daraus ergibt sich, daß, wie der Wille Gottes für sich immer aus sich, auf sein Wesen gerichtet ist, so auch der schöpferische Wille׳ Gottes die Geschöpfe nur auf Gott richten kann. Somit ist der Zweck der Welt nothwendig. Sie kann nur zu Gottes Derherrlichung dienen. Dagegen hätte Gott auf verschiedenen Wegen diesen Zweck erreichen können. Immer aber fließen die Gesetze der Welt, die er beliebig wählen konnte, wie er sie auch hätte wählen mögen, aus seinem ewigen Wesen. ׳Daß Duns Scotus damit den Willen Gottes doch wiederum vom Wesen Gottes abhängig macht, ist ersichtlich. Aber er will einerseits dem De-, terminismus gegenüber behaupten, daß der Wille Gottes frei ist, andrerseits diese Freiheil doch nicht so verstanden wissen, daß das Resultat etwas Unvernünftiges, Willkürliches hätte sein können, sondern es liegt im Wesen des göttlichen Willens, wie er auch wollen mag, nur Vernünftiges zu wollen. Wir haben nicht die Absicht, die Lehre des Scotus weiter zu verfolgen, sondern es genügt uns, so viel davon angeführt zu haben, daß wir darin durch Gebirol angeregte Gedanken erkennen. Es bleibt uns noch übrig, ein Wort über das Buch äs <MU818 zu sagen. Dieses Buch 9) wurde lange Zeit dem Aristoteles zugeschrieben und gleich den Werken dieses Philosophen commentirt. Albertus Magnus jedoch gibt uns den Juden David als Verfasseran und meint, er habe, was er aus Aristoteles, Jbn - Tina,- Al-Gazäli und Al-Farabi gesammelt, in Lehrsätzen nach Art des Euklid gebracht. Er berichtet ferner, daß David auch eine Physik geschrieben, daß aber das äs causis betitelte Buch eine Metaphysik sei. Die Wichtigkeit dieses Buches für die Geschichte der Philosophie des l3. Jahrhunderts schlägt Jourdain so hoch an, daß er meint, man würde nicht eher eine sichere Kenntniß derselben erlangen, bis man das Buch äs sau818 und den ton8 vitae anälysirt hätte. 9) Jourdain S. 157.

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