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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 6 · p. Seite 214

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 6
Article
Etwas über den Einfluß der jüdischen Philosophie auf die christliche Scholastik
Date
1860-01-01
Page
Seite 214 (sequence 10)
Language
German
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214 Etwas üb. d. Einfluß d. jud. Philosophie aufd. christl. Scholastik. mannigfache Zeugnisse für die Erzählung der sechs Tage her." Also auch des Maimonides Maaße Bereschit wurde studirt und angenommen. Ebenso stimmen sie in der Erklärung der Wunder zwar nicht mit Maimonides, aber doch mit der von ihm angeführten Erklärung des Midrasch. ׳ Wir begnügen uns mit diesen wenigen Bemerkungen in der Ueberzeugung, daß ein genaues Studium der vasten Werke des Albert und Thvmas von diesem Gesichtspunkte aus sehr viel ergeben müsse, und fügen ein Paar Bemerkungen über die beiden anderen jüdischen Philosophen hinzu, von denen es bekannt ist, daß ihre Werke die Scholastik des 13. Jahrhunderts bauen und bilden hälfen. Wir meinen Gebirol und den Verfasser des Buches äs Ca118i8. Ueber den Einfluß des erstereil hat uns Munk reichliche und interessante Belehrung gegeben"). Es liegt zwar in der Natur der Sache, daß Albert und Thomas der neuplatonischen Richtung, die im fons vitae vertreten ist, feindselig stnd. Sie waren Aristoteliker, so weit es ihr religiöses Bedürfniß und ihre durch die Bibel veränderte Anschauung zuließen. Aber so wenig wie ihre arabischen und jüdischen Lehrer jemals den Neuplatonismus ganz los wurden, namentlich entweder die Aristotelische Lehre von der Ewigkeit der Welt mit der Emanation versetzten oder zwischen Schöpfung und Emanation schwankten, so wenig und weniger jedenfalls als Maimonides konnte sich Albert von dieser Berwirrung frei machen. Man wird nicht umhin können, diese bei Albert bis zur auffälligen Jnconsequenz gesteigerte Einmischung neuplatonischer Elemente/, neben Anderen namentlich dem Einflüsse des unter dem Namen Avicebron fast zu einer mythischen 0) Berühmtheit gelangten Gebirol zuzuschreiben. So begegnen wir 5 6 7) bei Albert dem Fundamentalsatze aller Emanationslehrer, daß die Wirkung unvollkommener sein müßte als ihre Ursache, wobei er freilich, wie Ritter bemerkt, ״seine eigene Behauptung vergißt, daß die Schöpfung eine Wirksamkeit Gottes sei, welche mit den natürlichen Wirkungskreisen der weltlichen Dinge nicht verglichen werden könne." Er erklärt sich demnach auch einverstanden mit dem emanatistischen Grundsätze, 5) Bgl. namentlich S. 291.— 301 der melanges. 6) S. Munk, 1. 1. 7) Ritter, I. 1. S. 637.

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