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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 6 · p. Seite 213

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 6
Article
Etwas über den Einfluß der jüdischen Philosophie auf die christliche Scholastik
Date
1860-01-01
Page
Seite 213 (sequence 9)
Language
German
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Etwas üt>. d. Einfluß d. jüd, Philosophie auf d. christl. Scholastik. 213 maimonidisch ist, kann Niemand, der den More gelesen Hai, verkennen. Gerade durch den monistischen Sinn seines Systems, d. h. dadurch, daß er auch die Materie auf Gott zurücksührte, mußte für Maimonides die Frage nach dem Ursprünge des Uebels in aller Schärfe sich einstellen, und er hat sie innerhalb seiner Anschauungen auch so vortrefflich beantwortet, daß Thomas nur erweitern konnte. Wenn man die beiden Satze hat, daß das Uebel nur ein Nichtsein des Guten, eine Privation ist, daß also das Princip des Nebels die Materie als solches keinen Schöpfer braucht und insofern?8׳ etwas Reales ist, wiederum kein Uebel ist, so läßt sich die weitere Theorie des Nebels, die übrigens bei Maimonides nicht fehlt, leicht ausbauen. Wenn wir jetzt noch einen Blick auf die scholastische Ethik Wersen, so ist vor Allem zu modificiren, was Ritter behauptet, daß die Scholastiker in ihrer Aufstellung der theologischen Tugenden neben und über die ethischen sich über Aristoteles und über alle arabischen Aristoteliker erhoben, da Aristoteles nur sittliche Tugenden gekannt hättet. Es wäre vielmehr zu sagen gewesen, daß sie eine bekannte Unterscheidung mit Geist benutzten, um die christlichen Tugenden des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung in ihr ethisches System zu fügen. Eine bekannte Unterscheidung! Denn schon Aristoteles kennt nicht blos sittliche (ethische), sondern auch logische (dianoätische) Tugenden. Ja noch mehr! Auch Aristoteles stellt die Erkenntnißtugmden über die sittlichen. Diese Aristotelische Grundlage benutzend hat nun Maimonides die ethischen Tugenden als nothwendige Verbindung für die Erkenntnißtugenden hingestellt und diese selbst in der Prophetie gipfeln lassen. In gleicher Weise nun hat Albert Erkenninißtugenden, die sogenannten theologischen, denen die sittlichen nur als Grundlage dienen und die eigentlich eingegossene Tugenden seien, insofern sie einer höher» Einwirkung zugeschrieben werden müßten. Aber nicht minder wie in der Umgestaltung des Anstotelismus zu einem mit dem Offenbarungsglauben zusammenstimmenden System war Maimonides auch in der Auffassung der Bibel maßgebend. Wir haben bereits in einer Rote mitgetheilt, was der Dominikaner Sixtus Sinensis berichtet: ״Aus diesem Werke holen sowohl Thomas als auch die übrigen Scholastiker 4) Ritter, I. 1. S. 643.

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