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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 6 · p. Seite 211

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 6
Article
Etwas über den Einfluß der jüdischen Philosophie auf die christliche Scholastik
Date
1860-01-01
Page
Seite 211 (sequence 7)
Language
German
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Ewtas üb. d. Einfluß d. jüd. Philosophie auf d. christl. Scholastik. 211 in denen Maimonides' Einfluß auf die Auffassungen der Scho? lastik nicht in Abrede gestellt werden kann. Maimonides war der Erste, der innerhalb des Aristotelismus selbst den Dualismus von Materie und Form dadurch aufzuheben versuchte, daß er die Materie ebenfalls ans Gott zurückführte. Geleitet zunächst von dem religiösen Interesse, die Möglichkeit eines zeitlichen Anfanges der Welt darzuthnn, hat er das auch philosophisch höher Stehende gesunden. Er beseitigt die Aristotelischen Beweise, daß die Welt ewig sei, weil jeder Bewegung eine andere vorangegangen sein müßte, durch die schlagende Bemerkung, daß Aristoteles die Gesetze der schon vorhandenen Welt ganz unberechtigt zur Entscheidung einer Frage benutzt, die eben dem Entstehen dieser Gesetze gilt. Und ebenso weiß er auch den Fragen, die aus der Annahme der Weltschöpfung in Bezug auf Gott sich ergeben, wie man sich nämlich im göttlichen Willen eine Veränderung denken könne, durch eine eigenthümliche Fassung des göttlichen Willens zu entgehen. Freilich wird dabei der göttliche Wille so zu sagen ein unicutn, ein Unbegreifliches, ein Wunder. Aber eine solche Unbegreiflichkeit ist jedenfalls philosophischer, als den göttlichen Willen vollständig nach Analogie des menschlichen aufzufassen. Unverkennbar ist nun, daß Albert genau dem Maimonides gefolgt ist. Auch er verwirft die Lehre von der Ewigkeit der Welt und meint, Aristoteles Hütte in diesem Punkte von Plato nicht abgehen sollen. Ritter will daraus folgern ch daß die Scholastiker über Aristoteles den Plato noch immer nicht vergessen hätten. In Wahrheit aber beweist diese Aeußerung nur für die Lectüre des Maimonides - der in seiner Abhandlung über die Weltschöpfung genau in der Weise die Ansicht des Plato bespricht. Bollkmmnen übereinstimmend mit Maimonides faßt nun S. 122 (bei Wolf 1, 857), daß Maimonides häufig von Thomas von Aquin nach einer alten Uebersetzung deS More citirt. werde. Richard Simon (bei Wolf NI» S. 782) versichert sogar, ein Exemplar jener alten Version gesehen zu haben. Endlich schreibt der Dominikaner 'Sixtus Sinensis bibliotheca sancta S. 314 (die Stelle wird angeführt im עץ חייט von Delitzsch S. 330 Anm.): Ex hoc opere (sc. ex More Ncb.) tarn divus Thomas quam ccteri theologi scholastici varia tcstimonia ad enarrationem 8ex dierum producunt. Vergleiche auch noch die von Delitzsch (S. 344 Anm.) aus ״Eberstein, natürliche Theologie der Scholastiker" angeführte Stelle, auf die wir noch zurückkommen. I) Die christliche Philosophie S. <030.

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