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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 6 · p. Seite 209

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 6
Article
Etwas über den Einfluß der jüdischen Philosophie auf die christliche Scholastik
Date
1860-01-01
Page
Seite 209 (sequence 5)
Language
German
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Etwas üb. d. Einfluß d. jstd. Philosophie auf d. christl. Scholastik. 209 beka, Erzbischof von Korinth, wird von seinem berühmten Zeitgenossen, Roger Bacon, der gröbsten Unwissenheit beschuldigt. Er sagt von ihm geradezu, das; er Alles falsch übersetze und die Weisheit der Lateiner verderbe * * * * 5 6 7). Nicht minder hart beurtheilt er den vielgepriesenen Wundermann Michael Seotus, und die Richtigkeit dieses Urtheils wird durch das gleichfalls sehr wegwerfende des Albert °) bestätigt. Bacon meint, Michael Seotus habe, sowohl sprachlich wie sachlich unwissend, fast Alles, was unter seinem Namen erschienen ist, von einem Juden, Namens Andreas, entlehnt Z. Es liegt nicht in unserer Abstcht, von den Leistungen der Juden als Aristotelesübersetzer zu reden. Wir wollten nur durch einige Andeutungen daraus aufmerksam machen, daß ste in dieser Beziehung von ihrem Ruhme nur wenig an Andere abzugeben Hütten, um dann zur Hauptsache überzugehen, nämlich zu ihrem selbstständigen Einflüsse auf die Scholastik. Auch ohne an die Thatsachen näher heranzugehen, wird man die Schwierigkeit begreifen, welche die Verwerthung der arabischen Philosophen den Scholastikern für ihre durchaus theologischen Zwecke boten. Alle eigentlichen arabischen Philosophen waren bekanntlich selbst innerhalb ihrer Glaubensgenossenschaft Ketzer und hatten Sätze, zu denen kein Mitglied irgend einer geoffenbarten Religion sich bekennen konnte. Wenn es nun auch unter den Juden solche gab, die, in die Fesseln des Aristotelischen Systems geschlagen, nicht so viel freie Regung behielten, um das Eigene und Angestammte gegenüber dem Fremden zu behaupten, wie 'dies namentlich aus einer höchst merkwürdigen Stelle des Bischofs von Paris, Wilhelm von Auvergne hervor- Namens Boethicus gegeben hat, so wird dadurch unsere Vermuthung im Texte gerechtfertigt. 9) Die Worte lauten bei Jourdaiu <3. 68: Efc Willielmus iste fLcming־us, nt notum cst omnibus parisiis litteratis, nullain novit scientiam in lingua graeca de qaa praesumit, et ideo omnia transfcrt falsa et corrumpit sapientiam Latinorum. 6) Bei Jourdain 140: Foeda dicta inveniuntur in libro illo etc., sed Michael Seotus qui in rci veritate nescivit naturas, nec bene intellexit libros Aristotelis. 7) Ibid. 141: Michael Seotus, ignarus quid ein et verborum et 1״erum, fere omnia, quae sub nomine ejus prodierunt, ab Andrea quodam Judaeo mutuatus est.

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