Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Bunsens Bibelwerk [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 13)
- Language
- German
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184 Recensionen und Anzeigen. Buchstaben." Wenn der Verfasser dieses Kapitels» S. XCH. ttiit den Worten schließt: ״Der im hebräischen Worte liegende Gottes-- begriff ward den Juden verhüllt durch das Gesetz, insbesondere durch die Satzungen von Bräuchen und Formen: aufgedeckt in seiner Fülle und Unmittelbarkeit und lebendig geworden ist er erst im christlichen Gottesbewußtfcin, und zwar durch Christus selbst" -— so wollen wir, insofern es sich hier etwa nur um den Gegensatz der Israelitischen Gottes - Einheit und der christlichen Trinität Handelt, mit dem geehrten Verfasser über confessionell - dogmatische An׳- .sichten natürlich nicht .streiten. Auch ist das Nöthige schon oben beigebracht. Was aber den Gedanken der Ewigkeit Gottes als solchen betrifft, nach seinem vollen Gehalte und in seinem Zusammenhange mit der ganzen Fülle göttlicher Eigenschaften, so wird der Verfasser nicht in Abrede stellen, daß darüber in Moses und den Propheten und Dichtern des A. T. sich Alles und zwar unübertrefflich gesagt findet, zu dem Zwecke und also in einer Weis«, daß es der israelitischen Gemeinde ein klares und inniges ״Gottesbewußtsein" gewähren sollte und konnte. Das ״Gesetz ist nicht gegeben, um in der allem (an geborne Götter glaubenden) Heidenthume gegenüber austretenden Bezeichnung Gottes als des ״Ewigen" den Gottesbegriff zu verhüllen, sondern ihn zu offenbaren. Ueberhaupt findet die Benennung: Gesetz, wie sie auch der Verfasser dem Pentateuch beilegt, in der Hebräischen ihre Berechtigung nicht: Thorah heißt Weisung. Lehre, und der unbefangene Forscher wird in derselben Nichts von den Lehren der Liebe vermissen, welche manche christliche Theologen ausschließlich und gegensätzlich erst, dem Neuen Test, zuschreiben wollten. Einen sehr umfassenden, einem eignen Buche gleichkommenden Theil der ״ Vorerinnerungen " bilden die ״ b i b li sch e n Jahrbüch er" in welchen vergleichende Zeittafeln der israelitischen egyptischen und assyrischen, dann der babylonischen, persischen Geschichte von ,Jahr zu Jahr fortgesührt werden. Der Verfasser bemüht sich hierbei die biblischen Zahlen zu rectificiren und dieselben mit der Chronologie jener andern Völker in Uebereinstimmung zu bringen. Für Moses wird in dieser Weise die Zahl 1320 vor Chr. gewonnen. Als gelehrte Arbeit sind diese scharfsinnigen Berechnungen und Vergleichungen unstreitig in ihrem vollen Rechte und wohl zu beachten. Ob indest die für egyptische und assyrische Geschichte durch noch unbeendigte Untersuchungen ermittelten Zahlen genug seststehen, um nicht ihrerseits einer Bestätigung durch