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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 4 · p. Seite 153

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 4
Article
Bunsens Bibelwerk [Rezension]
Date
1860-01-01
Page
Seite 153 (sequence 12)
Language
German
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ReceNsionen und Anzeigen. 153 Begeisterung im Bereiche der Vaterlandsliebe hinderte, als man vergaß, in Menschenbrüdern die Kinder Gottes zu sehen? Wir haben zu dem hochherzigen und geistvollen Bearbeiter des Dibelwerkes das volle Vertrauen, daß er jene Ansichten und Maaßnahmen gewiß mißbillige und wir gehen überhaupt einer bessern Zeit entgegen, wo di« alle Menschen umfassende Liebe nicht mehr, wie bisher theilweise, nur in Büchern figuriren, sondern ohne verdächtige Nebengedanken in den Herzen leben und in Thaten sich mänifestiren wird. Darum aber ist es uns schmerzlich in der Einleitung zu den israelitisch-biblischen Büchern Worte zu finden, die mehr dem Systeme, als dem Manne angehören. Lasset, Juden und Christen! uns auf dies uns beiden heilige Buch die Eine Hand legen, die andere aber einander in Liebe reichen und gemeinschastlich der weitern Aufklärung warten, bis ״die Fülle der Heiden eingegangen sein wird." Lasset, indem wir gemeinschaftlich die Erhaltung dieser Bücher segnen, des Vielen in denselben uns freuen, was uns beiden Licht und Kraft ist und unferm Herzen in gleicher Weise wohl thut, von demjenigen aber in der Liebe zu einander absehen, was auf beiden Seiten verschieden ausgelegt wird, da auch Brüder nicht in allen Dingen gleich denken müssen, wenn nur das Gute und das Ewige ihr gemeinschaftliches Streben und Hoffen ist. Was die Grundsätze der Uebersetzung betrifft, so Heben wir mit großer Befriedigung die Uebersetzung des Gottesnamens, des nomen xmoayod^a'cov, hervor. Der Verfasser gibt denselben, gleichwie schön Moses Mendelssohn, auf welchen auch S. XCI. verwiesen wird, durch: ״der Ewige". Das Ungenügende der Uebersetzung durch: Herr wird anerkannt, ebenso die Unzulässigkeit des unübersetzt belassenen Originalwortes, sei cs nun in der gewiß salschen Aussprache Jehovah, oder auch Iah veh, was der Versasser für richtig hält. ״Der Ewige" gibt den eigentlich zu Grunde liegenden Begriff des unveränderlichen Seins, des absolut Seienden volksverständlich wieder. Der Verfasser ergreift dankenswerth diese Gelegenheit, das grundlose und unwissenschaffentliche Gerede von einem jüdischen Nationalgotte in sein Nichts zurückzuweisen. ״Jahveh, der Ewige war es," bemerkt derselbe, S. LXXXIX., ״von dem das jüdische Volk absiel, Iahveh, der Ewige war es, zu dem es sich bekehrte. Es lebte und starb für den Ewigen. Jahveh als jüdischen Nationalgott zu fassen, heißt der Bibel widersprechen vom ersten bis zum letzten

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