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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 4 · p. Seite 152

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 4
Article
Bunsens Bibelwerk [Rezension]
Date
1860-01-01
Page
Seite 152 (sequence 11)
Language
German
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182 Ueeenstönen und Anzeigen, sentlich in der Lehre vom Messias; in der neutestamentlichen, unumgänzlichen Lehrevon der Wiederkehr Christi erkennen wir das Zugeständniß, daß die Messianität, h. das irdische Königthum Christi, für Israel und mach dem Wortlaute der Propheten sich noch nicht erfüllt hat. Sowohl dies, als die damit zusammenhängende, lange noch nicht erfolgte Bekehrung aller Heiden läßt das betreffende Dogma gewissermaßen in der Schwebe bleiben. Das Judenthum ist also mit dem Christenthum vollkommen einig in der Moral, besonders auch in der Lehre von der Liebe, in dieser Beziehung ist namentlich das Betragen seiner Anhänger gegen einander und gegen Christen ״nicht hinter dem der letztem gegen. Juden zurückgeblieben". Beide sind einig in dem Unterordnen des Buchstabens und alles äußerlichen Dienstes unter den Geist, worüber die Propheten bereits Unübertreffliches gelehrt. Ein Gottesdienst ״im Geiste und in der Wahrheit" hat in dem herrlichen Gebetbuche der Synagoge, in seinen Psalmodicn und Benedcinngen den vollen Ausdruck gefunden. Beide sind endlich einig in der Erwartung des Messias zur Zeit, ״wann die Fülle der Heiden eingegangen sein wird." Suchen wir den einzig wahren Unterschied zwischen Judenthum und Christcnthum, so liegt er in dem Trinitäts-Dogma. Ob der Verfasser in Hinsicht dieses Dogma's und der sich weiter an dasselbe anknüpfenden Mysterien mit der Kirchenlehre der symbolischen Schriften völlig übereinstimme, wissen wir nicht, so viel aber ist gewiß, daß dieses Dogma tausenden von Christen indifferent ist, daß viele in Jesu nur einen edlen Menschen sehen. Auch ist diese Lehre im neuen Testamente keinesweges mit jener entschiedenen Deutlichkeit vörgetragen, die jeden Zweifel ausschlösse, sonst hätten keine Secten entstehen können, die, wie die Unitariar oder Socinianer, die Einheit Gottes in ihrer Ausschließlichkeit sesthielten und die Göttlichkeit Christi leugneten. Warum'sollen also Israeliten, weil sie hierin ungefähr so denken, wie viele Christen selbst, dem Untergange geweihet sein? Wo blieb die christliche Liebe, wenn man factisch nur dieserhalb, ohne weiter zu untersuchen, die Israeliten im christlichen Staate mehr oder weniger rechtlos stellte und ihnen versagte, was der alte Israelitische Staat selbst Heiden gewährte? Auf jene demselben Unglauben hingegebenen Christen fanden diese ausschließenden Gesetze, und gewiß mit Recht, keine Anwendung, man strafte also nur. die Osfenheit der Ueberzeugung. Wo war endlich jenes ,-Gottesbewußtsein", als man, wegen einiger Dogmen, einen Theil der Mitmenschen fast an jeder Verwendung ihrer Kraft und

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