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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1860-01-01 · Heft 4 · p. Seite 151

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
9 (1860)
Issue
Heft 4
Article
Bunsens Bibelwerk [Rezension]
Date
1860-01-01
Page
Seite 151 (sequence 10)
Language
German
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ReeensioneN M- Anzeigen. 181 kommenden Generationen Israels umfassenden Fluches; dieser würde auch in dem Munde dessen nicht wohl klingen, der die Jncarnatioy der göttlichen Liebe sein soll. Gegentheils sagt Paulus, Röm. 11, 1: ״Hat denn Gott sein Volk verstoßen? Das sei ferne!" Gegentheils soll nach ihm ganz Israel selig werden, wenn die Fülle der Heiden eingegangen sein wird, das. 25, 26. Bon einem Untergange ist also auch hiernach nicht die Rede. Christus kann wohl Nichts gesagt haben, was dem Willen Gottes widerstrebt und den Worten Mosis und der Propheten, welche verheißen: ״Erbarmungsvoll ist der Ewige, dein Gott, er wird dich nicht verlassen und nicht vertilgen," 5 Mos. 4, 31; und ferner: ״denn die Berge mögen weichen und die Hügel wankend werden, aber meine Liebe soll von dir nicht weichen und mein Friedensbund nicht wankend werden, spricht dein Erbarmer, der Ewige," Jes. 54, 10; und ferner: ״Wenn diese Ordnungen (der Sonn«, des Mondes und der Sterne) vergehen vor mir, spricht der Ewige, dann sollen die Nachkommen Israels aufhören, ein Volk vor mir zu sein alle Zeit," Jerem. 31, 36. Und noch manche solcher Stimmen tönten und tönen tröstend durch die Jahrtausende und durch die vielen Nächte Israels, welche letztere vordem Heiden und Christen gewetteisert haben ihm zu bereiten. Und Israel bestehet ja noch, Gottes Liebe hat es nicht verlassen, sie hat hie und da Berechtigkeit gewirket aus Erden. Möge der edel empfindende Verfasser an einem Sabbats- oder Festtags-Vorabend in die Wohnung irgend eines wahren Israeliten treten, der den Kelch segnet und das Brod bricht und ringsumher den Seinigen austheilet, möge er- Hören, wie sie Gott preisen und auch den Fürsten segnen, der groß denkend irgend eine neue Gabe jener Gerechtigkeit ihnen zugewiesen, die Freude und der Dank blühender Kindergesichter wird ihm sagen, daß hier nicht Untergang, noch Ungöttlichkeit oder Fluch sei. Der Unterschied zwischen Judenthum und Christenthum liegt, wie brave christliche Theologen bereits anerkannt, nicht in der Moral; die ethischen Aussprüche des neuen Testaments, auch z. B. über Feindesliebe und Liebe zu Gott und Menschen überhaupt, sind nur der Widerhall der betreffenden vollständig ausgesührten Lehren des alten. Er liegt nicht in der Aufhebung des Ceremonialgesetzes; Christus und die Apostel haben es gehalten, und erst später, nicht ohne Zögern, wurde dasselbe sammt der Beschneidung nur den Heidenchristen erlassen. Der Unterschied liegt ferner auch nicht we-

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