Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Bunsens Bibelwerk [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 150 (sequence 9)
- Language
- German
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t$9 R^ensiynen und Anrißen, Automaten ohne wahres! Leben wären alle diese Millionen seit 19 Jahrhunderten gewesen״ und doch war ihr Gottesbewußtsein fest und todesmuthig, ihre Moral der der Christen gleich / ihr Familienleben fromm und tadellos , und doch waren sie es, welche diese Bibel gerettet haben aus den Trümmern der alten Zeit und Bitdüng, die das Studium dieses Buches pflegten und auch der Er- Haltung der Wissenschaften sich annahmeu, als düstere Nacht in den Klöstern herrschte, als die ״christlichen" Religions - Seelen in wildem Haffe und mit gemeinen Schimpftedeu auf den gegenseitigen Christus über einander herfielen und ״christliche" Orthodoxie in Hexenpxo« eessen, Foltergeständnissen und Scheiterhaufen ihre Befriedigung fand. Hier also wäre Gottesbewußsein und die Religion der Liebe, dort Scheinleben ohne Gott, und feindliche Absonderung von Welt und M en sch H eit gewesen? Auch der letztere Vorwurf ist aus diesem Munde sehr auffällig. Wann und wo hätten Israeliten sich feindlich von Welt und Menschheit abgesondert? Ist nicht ihrem Stammvater das eine liebe Verheißung gewesen, daß durch ihn gesegnet werden sollen alle @0־ schlechter der Erde? Haben nicht ihre Propheten begeistert von der Beseligung der ganzen Menschheit gesprochen? Man hat allerdings, aber mit Unrecht, jenen Vorwurf aus dem Verbote einer Verbindung, mit den sieben kleinen, längst verschwundenen kanaanitischen Stämmen entnommen, welche dem Molech dienten; wie eine Pest sollten sie diese Mörder aus Religion fliehen: ״denn auch ihre Söhne und ihre Töchter verbrennen sie im Feuer ihren Göttern." Außerdem waren gestattet und bestanden Bündnisse der Israeliten mit allen umgehenden und auch fernen Völkern, und in keinem Gesetzbuche der Welt gibt es so viele erleuchtete und liehevolle Vorschriften für die gleichstellende Behandlung des andersgläubigen Fremdlings, als im Pentateuch: Meint der Verfasser aber vielleicht die Beschneidung und die Speisegesetze, so haben, ander« Völker des Alterthums, besonders aber auch Jesus und die Apostel, dies auch gehalten, Apostgesch. 21, 2V ff. 16, 1—3. Für alles dieses. so schließt der Verfasser au der angedeuteten Stelle, habe Jesus mit vollem Bewußtsein das Israelitische Vol; dem Untergange geweiht. ,Die Ansicht gehet dahin, daß das eben ihr Verbrechen war, an ihn nicht zu glauben, womit denn vielleicht auch der Vorwurf mangelnden Göttesbewußtseins, nämlich vom Standpunkte des Trinitätsglaubens, zusammenhängt. Wir finden in dm Reden Jesu nicht den deutlichen Ausdruck eines solchen all«