Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 9 (1860)
- Issue
- Heft 4
- Article
- Bunsens Bibelwerk [Rezension]
- Date
- 1860-01-01
- Page
- Seite 146 (sequence 5)
- Language
- German
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146 Reeensionen und Innigen, die Andern vym jüdischen." — ,,Me solche jüdischen Rationalisten sind nun noch mehr gegen eine neu« Ueberschung und Erklärung der Bibel als die Gleichgültigen; was diesen nur überflüssig, ist jenen strafbar. Beide vereinigen sich im Unglauben, und in der Verzweiflung an Wahrheit, aber jene machen daraus einen Grund starren Festhaltens am kirchlichen und selbst der Ver« folgung." Bei Stellen wie die letzteren scheint es, daß der Ausdruck ״jü- Lisch" sich gar nicht aus die wirklichen Juden beziehe, als bei welchen sich nirgends eine Abneigung gegen neue Uebersetzungen gezeigt hat, oder auch dem Verfasser bedenklich gewesen wäre. Vielmehr scheint damit eine Mcirmngsrichtung innerhalb des Christenthums selbst bezeichnet zu werden. Mit welchem Rechte aber kann ״jüdisch" in dem Sinne einer bedauernswürdigen Einseitigkeit gebraucht werden, mit welchem Rechte blinder Buchstabeneifer und Buchstabenverehrung als charakteristisch ״ jüdisch " angesehen werden? Hat ja B unsen selbst in dem früher Mitgetheilten es hervorgehoben, wie eben die Juden dadurch, daß sie zuerst Uebersetzungen und Erklärungen der heiligen Schrift gaben und Allgemein einführten und billigten ein schönes Zeugniß abgelegt haben ״für den Geist," für die ״Auffassung der Schrift als einer Urkunde des Geistes und des Gottesdienstes als einer geistigen That", daß sie dadurch sich befähigt zeigten, ״den Geist zu scheiden von der Sprache," also auch vom Buchstaben. Allerdings hat es auch unter Juden, wie unter Christen, zu allen Zeiten manch« einseitige Richtungen gegeben, mitunter auch, obschon bei ersteren ziemlich ungefährliche, Zeloten. Hätte man aber «in Recht, und wäre es liebevoll, dergleichen Eisern als ein ״christliches" Verhalten im Allgemeinen zu bezeichnen, weil aller« dings der Glaubenseifer im Kreise des Christenthums die verschiedenen Parteien gegeneinander, was dem Judenthum fern blieb, in den schrecklichsten und blutigsten Kampf geführt hat? Fassen wir lieber ״christlich," ebenso aber auch ״israelitisch" und ״jüdisch" im Allgemeinen so auf, daß es das Verhalten und die Personen derjeyigen bezeichne, welche nach den Vorbildern jener alten Zeilen, ״Christen" und ״Inden" im wahren, im edlen Sinne des Wortes sind״ Weder das alte, noch das neue Judenthum verdient es , so ohne Weiteres identificirt zu werden mit -em Unterordnen des Geistes unter den Buchstaben und starre Aeußerlichkeit. Der Derfaffer würdigt S. LXVIIL (s. ob.) den erhabenen Gedanken Mosis, das Sittengesetz zum bürgerlichen zu machen, und an die Stelle